Tagebuch der Studenten des Exzellenten Winters 2019

Exzellenter Winter 2019

vom 01.03.2019 - 31.03.2019 waren insgesamt 20 Studenten aus ganz Deutschland hier bei uns im Bayerischen Wald.

Tagebuch des Exzellenten Winters 2019

Die Studierenden berichten täglich live von Ihren Erlebnissen in den Praxen, den Teachings aber auch den Freizeitaktivitäten und den Zeiten dazwischen. 

Nach einer etwas längeren Anfahrt aus Freiburg, bei der der richtige Weg zielsicher auf Umwegen gefunden wurde, kamen die zwei auf dem Weg eingesammelten Mädels und ich, im BLSV Regen an. Dort begrüßten uns freudig, 30 neugierige Augen. Während wir uns bei einer Brotzeit stärkten, wurde uns berichtet, wie mit den Zug Anreisende von Mandy abgeholt wurden, und aus welchen entlegenen Orten der Republik, die anderen anreisten. Von Erlangen, Regensburg und München, bis nach Marburg und Göttingen hatte manche noch weitere Wege aus Jena, Berlin oder gar Kiel auf sich genommen. Dennoch war die Stimmung fantastisch und es wurde sich eifrig über Vor- und Nachteile der eigenen Universität ausgetauscht, der Weg zum exzellenten Winter Projekt erfragt oder begeistert von dem uns bevorstehenden Wochenplan geschwärmt. Somit verlief das Kennenlernen so gut, dass man sich beim schlafen legen schon nicht mehr mit Fremden in einem Raum fühlte. 

Zu zehnt aufgeteilt auf zwei kleine Häuschen übernachteten wir die erste Nacht im Sportcamp.

 

Willkommenheißen und Team Building im BLSV Regen

Endlich startete der Exzellente Winter 2019 mit einem Kick-Off Event! Wir 20 motivierten Studenten waren extrem pünktlich (laut Mandy eine Premiere), vollständig versammelt und voller Vorfreude.

Bei dem offiziellen Willkommen heißen am Morgen wurde noch schnell Organisatorisches besprochen. Zum Kick-Off Event waren im Anschluss einige der wichtigsten Personen des Projektes geladen, um uns kennenzulernen. Es begrüßten uns die beiden Landräte, die Vertreter der AOK Bayern und einige der Hausärzte sehr herzlich. Studenten, Ärzte und Politiker kamen im Anschluss noch sehr gut ins Gespräch und wir konnten uns austauschen.

Nach einer ordentlichen Stärkung im Sportcamp waren wir bereit für die bevorstehende Schneeschuhwanderung zur Chamer Hütte! Gemeinsam fuhren wir nach Bodenmais und schnallten uns dort die "Tennisschläger" an die Füße. :-) Nun konnten wir prima über den Tiefschnee laufen. Beim Aufstieg lernte man sich dann weiter kennen. Vor lauter netten Gesprächen sind wir sogar einen kleinen Umweg gelaufen und kamen dann aber am späten Nachmittag auf der gemütlichen Hütte an! Dort gab es für alle ein tolles Abendessen und der Abend endete mit Werwolfspielen in der großen 20er Gruppe! Dabei wurde extrem hitzig debattiert und wir hatten wirklich viel Spaß. Spätestens jetzt kannten alle einander recht gut ;-) Müde und zufrieden gingen dann alle am Abend schlafen, denn am nächsten Morgen standen auch wieder tolle Aktionen auf dem Plan

„Ich sehe was, was du nicht siehst und das ist… nichts!“

Da es leider total neblig oben auf der Charmerhütte war, wurden die ursprünglichen

Programmpunkte, den Sonnenaufgang zu sehen und das restliche Stück zu Gipfel des kleinen Arber

zu laufen, gestrichen.

Wir frühstückten also entspannt und nahmen gegen 9:30 Uhr die Abfahrt in

Angriff und zwar auf dem Schlitten. Den Rekord von 11 Minuten konnten wir mit unserem Tempo

leider nicht ganz toppen.

Zurück am Sportcamp stärkten wir uns zunächst mit einem leckeren Mittagessen, ehe wir uns in die

Sporthalle begaben und Tekto-Ball und Basketball spielten.

16 Uhr machten wir uns dann endlich zu unseren Unterkünften auf, Team Freyung nach St. Oswald-

Riedelhütte und Team Regen nach Viechtach.

Wir gingen das Programm der kommenden Woche durch und wurden dann endlich uns selbst

überlassen. Wir kochten gemeinsam, bezogen die Zimmer und spielten abends noch ein paar Spiele

ehe wir alle ins Bett gingen – voller Vorfreude und Neugier, wie wohl der erste Tag morgen in der

Praxis sein wird.

Am heutigen Montag sollte unser erster „Arbeitstag“ im Rahmen des Projektes starten.

Nachdem am Vorabend die Erwartungen an die uns bevorstehenden Tage und Wochen

nochmals rege diskutiert wurden, holte uns der Wecker Montag morgens um 6 Uhr aus den

Federn.

Gestärkt mit gutem Frühstück, teilten wir uns auf und machten uns auf den Weg in die

verschiedenen Praxen. Am sonnigen Morgen durften wir die die Schönheit des bayerischen

Waldes gleich bei der ersten Autofahrt bestaunen.

Angekommen in der Praxis wurden wir sofort von einem herzlichen Praxis-Team begrüßt

und durch die Praxisräumlichkeiten geführt.

Den Vormittag und Beginn des Nachmittages verbrachte ich mit spannenden Hausbesuchen

quer verteilt über die gesamte Region rund um Furth im Wald.

Routinemäßige Hausbesuche waren mir bis dahin völlig unbekannt, aber zeigten doch ein

neues und durchaus interessantes Feld der allgemeinmedizinischen Versorgung.

In der Abendsprechstunde von 16:30-18:00 durfte ich nochmals in der Praxis eigenständig

die Patienten voranamnestizieren und voruntersuchen.

Der erste Arbeitstag endete schlussendlich mit einem vollen Kopf um 18 Uhr.

Abends ging es dann zum großen Gruppeneinkauf des Teams „Regen“ für das erste gemeinsame Abendessen.

Bei gutem Essen tauschten wir zehn uns über den ereignisreichen Arbeitstag mit den

unterschiedlichsten Höhepunkten aus und ließen bei einem guten Glas Wein den Tag ausklingen.

Früh um 7 Uhr morgens machten wir uns auf zu unserem zweiten Praxistag in wunderschönen Kleinstadt Waldkirchen. Dort wurden wir - wie bereits am Vormittag - freudig von den Arzthelferinnen und der Ärztin empfangen. Gleich ging es auch schon los mit Checkups, Blutentnahmen und Sonographien. Hier durften wir auch selbst mit Hand anlegen und unser Können beweisen.
Aus Angst, dass wir unter betrunkene Faschingsbegeisterte geraten könnten, schickte uns unsere Ärztin jedoch bereits etwas früher nach Hause. Diese Zeit nutzten wir noch für einen kurzen Spaziergang über den schönen Marktplatz - von Kostümierten keine Spur. 
In der Hütte angekommen, erwarteten uns unsere Mitbewohner bereits mit leckerer Pizza. Den Nachmittag, den wir zur freien Verfügung hatten, verbrachten wir mit EKG-Befundungen, Spielen und einem Waldspaziergang, bei dem wir auf ein sehr amüsantes Schild stießen. 
Anschließend bereiteten wir Curry fürs Abendessen vor und beendeten den Abend mit etlichen Runden "Exploding Kitten".

 

Tagebucheintrag vom 06.03.19

Heute konnten wir glücklicherweise eine Stunde länger schlafen, da unser Teaching erst um 9 Uhr begann – Team Freiung stand leider trotzdem schon um 8 Uhr vor der Tür. Dann startete unser Unterricht zum Thema „Wissensmanagement“, in welchem wir verschiedenste Internetseiten wie „Deximed“, „UpToDate“ und „Cochrane“ kennenlernten. Im Anschluss haben wir uns diese genauer angeschaut und Vor- und Nachteile der Quellen erarbeitet. In der langen Mittagspause hatten wir Zeit, uns die Stadt Regen genauer anzuschauen, einkaufen und spazieren zu gehen. Am Nachmittag stand dann das Teaching zum Thema Depression auf dem Programm. Nachdem wir die Leitlinien dazu durchgearbeitet haben, wurden in Kleingruppen konkrete Patientenfälle vorgestellt und Therapieoptionen durchgesprochen. Danach gekehrten wir alle in unsere Unterkünfte zurück, kochten zusammen Gnocchi und verbrachten einen gemütlichen Spieleabend am Feuer.

Um 6:15 klingelte der Wecker und wir freuten uns nach einem spannenden Teaching-Tag darauf wieder praktische Erfahrung in unseren Praxen zu sammeln zu dürfen.

Renate und ich fuhren nach Waldkirchen zur Praxis von Frau Dr. Brandau. Auf dem Weg konnten wir einen atemberaubenden Sonnenaufgang bestaunen. 

Dort angekommen, warten schon die ersten Patienten im Wartezimmer und wir dürfen gleich mit dem Sono-Schallkopf und dem Stethoskop zur Tat schreiten.

 

Bei Strahlendem Sonnenschein konnten wir uns in der Mittagspause auf dem Marktplatz sogar das erste Eis der Saison gönnen bevor wir zu den geplanten Hausbesuchen im Altersheim ausrückten.

Abends kehrten wir müde aber glücklich zurück zu unserer Hütte und trafen dort auf die Anderen, die schon fleißig am Kochen waren. 

Später fanden wir noch Entspannung beim gemeinsamen Spielen und Singen, wobei wir von Samuel, unserem begnadeten Gitarrist, auf der Gitarre begleitet wurden.

Der Wecker klingelt zum zweiten Mal, es ist 6 Uhr und ich schäle mich aus der warmen Bettdecke. Als ich in die Küche komme, ist der Kaffee zum Glück schon durchgelaufen. Ich mische mir mein Müsli und setze mich zu den anderen an den Tisch. Freitag, die erste Woche ist fast rum – Wahnsinn wie die Zeit vergeht. Heute Vormittag geht es nochmal in unsere Hausarzt-Praxen und am Nachmittag bekommen wir Besuch von einer Ärztin, mit der wir interessante Patientenfälle besprechen wollen. Also schnell das Müsli mampfen, um dann den nächsten freien Slot in einem unserer drei Bäder zu erwischen. Um 7 Uhr heißt es „Abfahrt!“ für Juliane, Lara und mich.

Wir machen uns auf den Weg nach Regen, wo ich die beiden nach einer halben Stunde Fahrt bei guter Musik vor ihren Praxen absetze. Dann bin ich nochmal eine Viertelstunde allein unterwegs nach Kirchberg, heute zum zweiten Mal ohne Unterstützung vom Navi. Den Weg und das Leihauto kenne ich mittlerweile. In Kirchberg warten schon einige Patienten im Wartezimmer und so verfliegt die Zeit. Eine Krankschreibung bei Grippe, Kontrolle einer Gürtelrose und Ultraschall bei Verdacht auf eine Gallenblasenentzündung sind nur ein paar der verschiedenen Behandlungsanlässe, bei denen ich heute dabei sein darf. Ich übe fleißig Anamnese, körperliche Untersuchung und auch am Ultraschall-Gerät kann ich meine Kenntnisse vertiefen. Man glaubt es kaum, aber es bleibt noch etwas Zeit, um das Blutabnehmen mit Nadel (statt dem gewohnten Butterfly) an meiner Mit-Famulantin zu üben und ein kleines Blutbad anzustellen.

Nach einem erfolgreichen Vormittag sammele ich die beiden anderen Mädels in Regen wieder ein und es geht zurück in unser Ferienhaus nach Hinkhof, wo uns schon selbstgemachte Dampfnudeln und frisch gebackenes Brot von unserer Vermieterin erwarten.

Gut gestärkt steigen wir in die Leitlinien-Arbeit für das morgige Herz-Teaching ein. Jeder bearbeitet zehn Seiten, so ist auch die umfangreiche Herzinsuffizienz-Leitlinie schnell bewältigt bis Frau Steckenreuter zur Fallbesprechung vorbeischaut. Von 16-18 Uhr beschäftigen wir uns mit depressiven Patienten und einer älteren Dame, die aufgrund eines Harnweginfekts in die Klinik eingewiesen wurde, aber auch mit Frau Steckenreuters ganz persönlichen Weg zur Landärztin.

Nach so viel Input haben wir uns das Abendessen reichlich verdient und freuen uns auf die bunten Pizzen im Ofen. Bei Wein und Bier lassen wir die erste Woche ausklingen, unterhalten uns angeregt und spielen Activity bis tief in die Nacht.

Nach einer eher kürzeren Nacht, die wir Lieder singend vor dem Kachelofen verbrachten, versammelten wir uns am Samstagmorgen alle pünktlich am Frühstückstisch, um kurz darauf mit leichter Verspätung zum Sono- und Herz-Teaching aufzubrechen.


Im Krankenhaus in Grafenau angekommen, ging es nach super kurzer Einführung schon direkt an die Ultraschallgeräte und zum gegenseitigen Schallen. Die Zeit verging wie im Flug und nach dem Mittagessen war dann das Herz-Teaching an der Reihe. Nachdem wir die Leitlinien zur chronischen Herzinsuffizienz im Schnelldurchlauf durchgesprochen haben, folgte das Praktische: Wir waren auf Station und untersuchten Patienten und versuchten uns an Herzechos.
Nachmittags hat uns das Team Regen noch einen Besuch abgestattet, zunächst gab es eine kurze Hausführung, dann tauschten wir uns bei Kaffee und Kuchen über unsere Praxen aus und berichteten was wir in der ersten Woche alles erlebten. Darauf spielten wir eine Runde Activity und bevor das Team Regen wieder nach Viechtach aufbrach, packte Samuel noch seine Gitarre aus und wir sangen Westerland, Summer of ‘69, 99 Luftballons und vieles mehr.


Zum Abendessen gab es Reste und Nudeln mit Pesto und danach ließen wir den Abend gemütlich auf dem Sofa mit einem Bier oder Gläschen Wein ausklingen.

Nach einer richtig schönen und lehrreichen ersten Woche haben wir uns alle darauf gefreut, den Kopf mit etwas Sportlichem frei zu bekommen. Heute haben wir unser Stethoskop und zahlreiche Leitlinien beiseite gelegt und uns zwei Bretter unter die Füße geschnallt: Langlaufen auf den Bretterschachten stand auf dem Programm.  Auch wenn wir früh raus mussten, haben wir es uns nicht nehmen lassen, gemeinsam mit einem leckeren Frühstück, inklusive frischen Eiern von unserem Hof, in den Tag zu starten. Gerne hätten wir gerade heute in einen sonnigen Tag gestartet, aber Sturmtief Eberhard hat uns einen kleinen Strich durch die Rechnung gemacht und wollte uns lieber bei Regen und Schnee sporteln sehen. 
Aber wie sagt man doch so schön, „es gibt kein schlechtes Wetter nur schlechte Kleidung“. Also haben wir unsere Regenjacken, -hosen und was es sonst noch alles wetterfestes gibt aus dem Schrank gezogen und uns mal wieder auf einen kleinen Roadtrip durch den Bayernwald begeben. An den Bretterschachten bei Bodenmais hat auch schon „Sepp“ auf uns gewartet, unser Langlauf-Coach für den heutigen Tag. In klassischer Technik haben wir uns dann nach ein paar Übungsrunden auch schon motiviert auf den Weg gemacht und schnell die unterschiedliche Qualität unserer Regenjacken festgestellt. Davon haben wir uns aber nicht abschrecken lassen und hatten trotzdem unseren Spaß und wenn es zu kalt wurde, sind wir einfach schneller geworden. So kamen wir zwei Stunden und 15 km später wieder ausgepowert, nass und zufrieden im Ziel an. Viele von uns haben heute ein neues Hobby für sich entdeckt.
Was gäbe es nach einem solchen Vormittag Schöneres als unter eine warme Dusche, in die Badewanne oder sogar in die Sauna zu springen? So haben wir daheim nicht lang überlegt und sind gemeinsam in das etwa 15 km entfernte Erlebnisbad in Bad Kötzting gefahren. Gefühlt hatte der ganze Bayerische Wald aber die gleiche Idee und wir haben uns dort auf keinen Fall einsam gefühlt. Trotzdem kamen wir nach drei Stunden erholt und aufgewärmt wieder nach Hause zurück und haben noch gemeinsam Wraps gegessen. Danach hatten wir noch Besuch von Dr. Blank und seinem Hund, um die vergangene Woche Revue passieren zu lassen und den Plan für die kommende Woche gemeinsam durchzugehen. 
Wir sind alle schon ziemlich gespannt, was uns in dieser Woche erwarten wird und über welch schöne Erlebnisse wir uns nächsten Sonntag Abend wieder austauschen werden. :)

Die zweite Woche begann für uns nach dem Langlaufausflug mit viel Regen zur Abwechslung mal wieder mit Schnee, schöni!


Da die Praxis, in der ich eigentlich bin, diese Woche leider ein paar Tage geschlossen bleiben muss, durfte ich statt nach Frauenau heute den Weg nach Regen antreten, um dort zwei Tage eine andere Praxis kennenzulernen. Obwohl ich am Anfang etwas skeptisch war, mich nach so kurzer Zeit schon wieder an eine neue Praxis zu gewöhnen, stellte sich dieser vorübergehende Wechsel doch als Vorteil heraus, da die meisten Ärzte natürlich ihren eigenen Style haben im Umgang mit den Patienten, auch wenn es sich um ähnliche Fälle handelt. Außerdem hatte ich so auch die Möglichkeit mitzubekommen, bei welchen Krankheitsbildern die Chirotherapie angewendet werden kann und dem Arzt bei der Behandlung zuzusehen, was schon etwas brachialer aussah als erwartet.
Es war also insgesamt cooli. 


Leider schließt der Edeka in Regen um 13 Uhr, krasse kulturelle Erfahrung! Wir wurden abends professionell von Renate und Magdalena mit Kartoffelgratin versorgt, es war lecker, aber irgendwie fühle ich mich hier unter einem gewissen Druck ständig was zu essen.


Nachdem der Wecker uns mal wieder aus dem Schlaf reißt, werden wir beim Blick aus dem Fenster von einer sanft verschneiten Landschaft überrascht. Die Sonne strahlt und verbreitet gute Laune auf dem Weg in die Praxis nach Regen.

Zuerst geht es mit ein paar Check- Up´s los, bei denen ich fleißig mit untersuchen darf und mich am Sonogerät übe. So vergeht der Vormittag ganz schnell und ich werde um 1 schon wieder von meiner Fahrerin Laura abgeholt und es geht zurück in die Unterkunft. Dort erwartet uns bereits der Rest unserer Gruppe und Dr. Blank mit seinen beiden PJ´lern zur Fallbesprechung. Es werden zwei spannende Stunden, in denen wir uns im systematischen Aufstellen von Differentialdiagnosen üben und an den mitgebrachten Fällen rätseln.

Danach genießen wir unseren freien Abend und nutzen das sonnige Wetter mit joggen, spazieren gehen oder aber mit dem Auskurieren der leider eingefangenen Erkältung. 

Natürlich kümmern wir uns auch fleißig um unsere gefiederten Mitbewohner, die unseren Biomüll verspeisen und im Gegenzug frische Eier liefern.

Zum Abendbrot machen Eva und ich heute eine riesige Portion Spinatknödel für alle, die es dann mit warmer Butter, Parmesan und frischem Salat gibt. 

Es ist wieder Mittwoch. Teaching Tag. Dieses Mal kennt auch Team FRG die richtige Uhrzeit und wir setzen uns fast pünktlich in Richtung VHS Regen in Bewegung. Heute stehen die zwei hochspannenden Themen „Alter Patient“ und „Kreuzschmerz“ auf dem Programm. Nachdem die Leitlinie Kreuzschmerz am vorigen Abend teilweise dem Ofenfeuer zum Opfer gefallen waren wurde das Arbeitspensum im Vorfeld auf ein verträgliches Maß reduziert. Los ging es mit den alten Patienten. Anhand von Fallbeispielen sprachen wir unter Anderem darüber, was man im Umgang mit geriatrischen Patienten beachten sollte (Sehen, Hören), über Multimorbidität und Polypharmazie, über die häusliche Versorgung und über Schluckbeschwerden. Zu letzterem Thema haben wir einen ganz erheiternden Selbstversuch durchgeführt, bei dem wir mal erleben durften, wie es sich anfühlt, gefüttert zu werden. Fotos siehe unten. Frau Dr. Siebert (Ärztin für Akutgeriatrie) hat viel aus ihren eigenen Erfahrungen mit Patienten berichtet, was sehr interessant war. In der Mittagspause gab es Döner, das Wetter wechselt zwischen strahlendem Sonnenschein und Hagel. Wir starteten auf der Suche nach der Postbank einen Ausflug in den sogenannten „Einkaufspark“ Regen, der überraschend groß ist. Nachmittags ging es dann weiter mit Kreuzschmerz und Dr. Tamas Buvar, einem drahtigen Sport-Orthopäden aus Deggendorf. Nachdem wir über anwendbar gefährliche Verläufe gesprochen haben wurde es noch praktisch. Der neue PJ-ler von Dr. Blank durfte eine komplette Rücken- und Hüftuntersuchung über sich ergehen lassen. Das war sehr anschaulich. Abends gab es Flammkuchen und Bier, was will man mehr. 

Wir haben uns nach knapp zwei Wochen schon fast an das Weckerklingeln um 6 Uhr morgens gewöhnt. Der Duft von Kaffee und Toast zieht schon durchs Haus und gut gestärkt starten wir heute alle wieder motiviert in einen langen Praxistag. Natürlich vergessen wir nicht unsere inzwischen guten Bekannten aus dem Auto im Vorbeifahren zu begrüßen: ein kleines Rudel Rehe auf der Hügelkuppe.

In meiner Praxis in Regen darf ich zuerst einen Check-Up durchführen und im Ultraschallraum erwarten mich heute einige interessante Schilddrüsenbefunde. Außerdem erfahre ich, dass der Hausarzt oft für viele Patienten der einzige Anlaufpunkt ist und es mitunter schwierig ist, gerade ältere Patienten zu einem Krankenhausaufenthalt zu bewegen.  So vergeht ein lehrreicher Vormittag auch wieder recht  schnell und 13:30 Uhr ist erstmal Mittagspause angesagt. Die verbringen wir im „Ristorante Bella Italia“. Damit lerne ich ein echtes Regener Original kennen und dass ein echter „Landarzt“ nie incognito unterwegs sein kann.

Nochmal Sprechstunde von 15-18:30 Uhr, dann werde ich von Laura abgeholt und wir kommen trotz Schneeregen und eher schlechten Straßenverhältnisse doch gut in Hinkhof an. Dort werden wir schon mit frisch gekochtem Pilzrisotto von unseren lieben Mitbewohnern empfangen und lassen den Abend bei  „Klampfenmusik“  ausklingen.

Nachtrag aus dem Krankenlager Regen: An dieser Stelle möchte ich mich herzlich bei Juliane dafür bedanken, dass sie den heutigen Tagebucheintrag übernommen hat. Ich hüte nämlich schon seit ein paar Tagen das Bett und außer über die Geschmacksvielfalt von Kräutertees und Praxistipps für die Inhalation habe ich nicht viel Unterhaltsames beizutragen. Dafür kann ich jetzt immerhin von mir behaupten, die absolut authentische Hausarzterfahrung gemacht zu haben. Und dank der Fürsorge meiner Mitbewohner bin ich bestimmt auch ganz schnell wieder fit – ich kann es jedenfalls kaum erwarten!  LG Lara J

Heute stand wieder ein halber Tag in den Praxen an. 

Nach dem Frühstück ging's erst mal los zu den Autos die wir gestern aufgrund des starken Schneefalls unten im Dorf geparkt hatten. Wieder erwarten konnten wir aber sofort los fahren - da unsere fleißige Magdalena extra früher aufgestanden ist und  alle Autos von den Schneemassen befreit hat!!! So waren alle super pünktlich und entspannt in ihren Praxen. Bei mir erwarteten mich heute viele spannende Fälle. Unter anderem durfte ich dann auch selbstständig einige Untersuchungen für OP Vorbereitungen durchführen und ein Abdomen Sono durchführen. Um 13 Uhr holte Franca mich wieder ab und wir machten uns auf den Weg nach Hause. 

Den Nachmittag hatten wir heute frei. Den nutzten dann auch fast alle erst mal mit einem erholsamen Mittagsschläfchen - außer Charlotte und Marius, die für das Mousse Au Chocolate, dass es am Abend geben sollte, schon  in der Küche schuften mussten. Da wir leider kein Rührgerät  haben hatte Charlotte die perfekte Gelegenheit ihren Bizeps zu trainieren :) Obwohl das Wetter nicht sehr einladend war machten dann einige einen kleinen Spaziergang während andere die Zeit  nutzen um mal ein bisschen zu lesen oder eine Partie Risiko zu beginnen.

 Zum Abendessen gab es dann ein richtiges Menü. Einen "Charlotte-Salat" mit Rote Beete, Apfel, Karotten.. und "Nudeln a la Marius" mit Linsen und Creme Fraiche. Und als Nachtisch natürlich noch das Mousse Au Chocolat. Nach diesem super leckeren Essen machten sich die einen schon auf Richtung Bett - morgen müssen wir ja früh raus für die Teachings. Die anderen ließen den Abend noch bei einer spannenden Partie Monopoly  ausklingen.

Heute ging es für uns zum Schwesternheim in Zwiesel für ein weiteres Teaching. Am Eingang empfing uns Dr. Blank, welcher uns durch die niedrigen Gänge in den Besprechungsraum führte, wo es erstmal direkt mit dem EKG Kurs los ging. In der ersten Stunde haben wir mit Eva nochmal durchgearbeitet wie wir ein EKG am besten strukturiert analysieren, um uns dann anschließend die nächsten zwei Stunden auf Übungs-EKGs zu stürzen. Anfangs war ich noch etwas langsam, aber in der Gruppe wurden wir flott schneller. Das nächste EKG kann kommen! 

Etwas matt von der ersten Hälfte gab es dann um zwölf Brezeln mit Butter für jeden und wir halfen Mandy den Raum für den zweiten Teil umzuräumen: Nahtkurs.

Zuerst wurde mit Bändern das Knoten geübt, bevor es an die Schweinefüße ging, die man uns bereitgestellt hatte. Da ich selber noch keinen Nahtkurs gemacht hatte, habe ich mir die Eva geschnappt und sie hatte mir dann die Grundzüge gezeigt. Insgesamt übte dann jeder für sich, was er üben wollte, und die Dozenten huschten von einem Fragenden zum nächsten, immer hilfsbereit.

Nachdem alles vorbei war ging der entspannte Teil los: Teambuilding bei Team Regen in der Unterkunft mit Pizza und Musik.

Nachdem wir Team Freyung besucht hatten waren wir jetzt dran unsere Unterkunft zu zeigen. Und sie haben nicht schlecht gestaunt, manch einer würde sogar sagen, dass sie ein bisschen neidisch waren (vor allem auf die Waschmaschine ;D). Insgesamt war es ein schöner Abend mit allen zusammen!

Tagebucheintrag von Sonntag, dem 17.03.2019 

oder

Le grand Sonnée N´Brând avec Hundeschmüsung

Nach einem – der Eile geschuldet – für einige leer ausgegangenen Frühstück starteten wir Sonntagmorgen um kurz nach 9 Uhr in Richtung tschechische Grenze voller Vorfreude zu einem Tag am Husky-Hof Dreisessel. 

Kilyan und Andrea, die beiden treibenden Kräfte und guten Seelen des Husky-Hofs, drückten jeweils zweien von uns gleich nach der Ankunft einen Hund in die Hand, worüber wir uns nur kurz wundern mussten, denn kaum übergeben hatten wir schon unsere liebe Not, nicht von den Hunden umgezogen zu werden. 

Bevan, Inari, Cherokee, Chiron, Asuluk (mein absoluter Liebling!!!), Ambrosia, Cashou, alias „der Babynator“, Yukon ¬¬– der Leitrüde, Rudel-Mediziner und Ohren-Sauberhalter – und Lauri – Yukons Bruder und Einziger des Rudels, der Yukons Ohren sauber halten darf – bildeten unser Rudel. 

Nach einer kurzen Einführung (in der wir unter anderem erfuhren, dass der Husky-Hof Dreisessel keinen einzigen Husky beherbergt, sondern nur Alaskan Malamuts) ging es direkt ans Eingemachte.

Wir erfuhren, dass vier verschiedene anerkannte Schlittenhunderassen gibt: der Siberian Husky, der Alaskan Malamut, der Grönlandhund und der Samojede. 

Außerdem unterscheiden man zwischen Transport- und Rennschlitten, verschiedenen Größenordnungen von Gespannen und mehreren Arten, die Hunde vorzuspannen. 

Die Transportschlitten beispielsweise sind durch eine tiefe Bodenplatte und die austauschbaren Kufen besser tiefschneegeeignet, während der Rennschlitten durch ein spezielles Lenksystem besser in den Kurven läuft und dementsprechend auch kostspieliger in der Anschaffung ist. 

Mich überraschte, dass man sich auf keinen Fall am Schlitten festschnallen solle, wegen der Gefahr, (zu Tode) mitgeschleift zu werden, falls man abgeworfen wird. Außerdem hat jeder Schlitten eine Bremsmatte, einen Bremsbügel und einen Schneeanker – die Hunde folgen Stop-Befehlen nämlich nur äußerst ungern! 

Nach einer hundelosen Übungsrunde mit den Schlitten für jeden, nach der wir alle ganzschön außer Atem waren, wurden jeweils zwei Hunde vor einen Schlitten gespannt und los ging die Fahrt – zumindest bis sich einer der Hunde zum Stehenbleiben entschied, ein neues Interessensobjekt entdeckte, eine neue Route erschloss oder beschloss, sich jetzt dann doch erst einmal erleichtern zu müssen… 

Am Ende hatten selbst unsere beiden Kynophobiker jeweils eine Runde mit den Hunden gemeistert und wir waren alle sehr stolz auf unsere tollen Zughunde!

Nach einem wehmütigen Abschied von den Hunden und dem Husky-Hof beschlossen wir kurzerhand, das schöne Wetter noch zu nutzen und erklommen den nahegelegenen Dreisessel, wo der bei der Einkehr geteilte Kaiserschmarrn zu doppelter Freude und umso energiegeladenerem Abstieg führte. 

Wie ich später von Magdalena, unserem wandelnden Lexikon und hauseigenem Sonnenschein, unterrichtet wurde, stammt der Name „Dreisessel“ übrigens daher, dass auf dem Gipfel drei große Felsformationen wie drei Sessel aussehen – der Sage nach einer für jedes in Sichtweite gelegene „Reich“: Böhmen, Österreich und Bayern. 

Zuhause angekommen wurde eine eilige Putzaktion gestartet... 

…Und dann kam Mandy zur Wochenbesprechung und machte Bescherung – samt hoffentlich schwangerem Hund – mit der wöchentlichen Wäsche-Lieferung. 

Nachdem sie uns so also einen höchst erfreulichen Abend und Tagesabschluss beschert hatte, leerte sich das Wohnzimmer schlagartig in einer kollektiven sonnenstichigen Bettflucht. Völlig überraschend hatten am Ende des Tages einige von uns nämlich eine ganz leichte Gesichtsrötung davongetragen, die wir selbstredend prompt und mit herausragendem Ergebnis verarztet hatten!

Um den Abend des Regener Teams nicht völlig zu unterschlagen, auch davon noch ein Beweisfoto: Tatortabend in Hinklhof 3. 

Nach nun zwei super lehrreichen und spannenden Wochen bei Dres. Vogl in Arrach geht es heute Morgen für mich in eine neue Praxis in Viechtach. Als ich um kurz vor 8 Uhr ankomme, ist das Wartezimmer bereits komplett voll. Über den Vormittag hinweg bin ich abwechselnd bei den beiden Ärzten dabei und finde es interessant zu sehen, wie unterschiedlich jeder Arzt arbeitet. Zwischendurch übe ich nochmal das EKG-Schreiben und -Auswerten. Die beiden Ärzte geben sich Mühe, mir viel zu erklären, obwohl sehr viel los ist und noch viele Patienten anstehen. Nachdem die Schreibarbeit erledigt ist, geht es direkt ohne Pause weiter auf Hausbesuche und ins Altenheim. Pünktlich zum Feierabend um 18 Uhr erwarten uns ein schöner Sonnenuntergang und ein großes gemeinsames Abendessen. Müde von den 10 Stunden Praxis, tauschen wir uns über die gesammelten Erlebnisse aus, spielen noch ein bisschen Karten und schmieden Pläne für die nächsten Tage.


Immer noch auf die Eindrücke des letzten Wochenendes zurückblickend, zeigte die 3. Woche bei den Landarztmachern sehr abwechslungsreich. Diese Woche verbrachte ich in der urologischen Gemeinschaftspraxis von Dr. Haider und Dr. Esser im Klinikum Grafenau.

Dabei lernte ich nicht nur die Praxis kennen, sondern durfte auch bei urologischen Operationen zuschauen und assistieren. So bekam ich nicht nur Einblicke in die Tätigkeit eines Hausarztes, sondern auch in das Leben eines Facharztes mit allen Vor- und Nachteilen.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen auf unserer Hütte machte sich ein Teil unserer Gruppe auf in die Sauna in Zwiesel, während die Anderen den Nachmittag in St. Oswald-Riedlhütte verbrachten. Langsam machte sich dabei ein süßer Kuchenduft im Gemeinschaftsraum bemerkbar, denn für das Teaching zum Umgang mit Kindern am nächsten Tag wurde fleißigst gebacken. Ein bisschen um die teilnehmenden Mütter etwas zu bestechen, aber auch ein bisschen, um uns selber zu belohnen.

Gleichzeitig setzte sich unser Kochteam in Gang und nahm sich der Herausforderung an ein himmlisches Risotto zuzubereiten.

Also ein weiterer Tag mit kulinarischen Höhepunkt! Der Tag nahm mit einem ausgedehnten Abendspaziergang durch die hiesige Umgebung sein Ende, welcher uns zum Bistand führte, wo man eine der atemberaubendsten Aussichten der Region erleben kann. Wieder einmal beweiste uns das Aberland: Die schönsten Sonnenuntergänge gibt es im Bayerischen Wald!

Heute Morgen hatten wir nach einer längeren Anfahrt (Team Regen) das Kinder-Teaching. Zwei sehr motivierte Ärztinnen haben uns erst die Theorie näher gebracht, dann hat sich eine Kindergartengruppe zur Verfügung gestellt, sich von uns untersuchen zu lassen. Das ging mehr oder weniger gut mit weniger oder mehr Tränen.

In der Pause sind wir mit Mandy und ihrem Hund zusammen auf einen Berg mit toller Aussicht und Gipfelbuch, in das wir uns eingetragen haben, gewandert.

Danach ging es voll motiviert mit dem Kurs "Anatomie am Lebenden" weiter, der von Physiotherapeuten, die extra ihre Praxis geschlossen hatten, geleitet wurde. Dabei haben wir uns gegenseitig die Schultern, die Knie, die Hüften und die Wirbelsäule untersucht, wobei wir für letztere noch aus gegebenem Anlass zwei Stabilitätsübungen gezeigt bekommen haben.

Zum Feierabend sind einige noch ins Fitnessstudio gefahren und einige waren laufen, bevor der gemütliche Teil des Abends losging.

Heute haben sie gestartet: Die Top „ten“ der letzten Tage.
Der dritte exzellente Donnerstag beginnt egtl. wie jeder bis jetzt: Nach und nach trudeln wir zum Frühstück ein. Besonders Anne, Charlotte und Renate genießen die Morgenstunden, denn sie müssen heute erst um 7:15 los, statt 6:45 – Das war ja quasi ausschlafen für die 3 !

Die Morgensonne im Rückspiegel starten Marius, Samuel und ich nach Grafenau. Meine Sprechstunde läuft an: Ich übernehme Anamnese und klinische Untersuchung, während Dr. Müller anschließend die Medikamente verschreibt. Arbeitsteilung nennen wir zwei das .

Auch die SONOs führe ich mittlerweile schon schneller und zielsicherer durch, als zu Beginn der Famulatur, was mir heute glatt ein Lob von Dr. Müller einbrachte.


Nachmittags bin ich an den langen Tagen immer bei den Urologen. Aber bevor deren Nachmittagssprechstunde startet, mache ich mit Samuel, der diese Woche auch bei den Urologen ist, Mittagspause und wir genießen die warme Frühlingssonne im Gesicht.

Trotz des vollen Sprechzimmers findet Dr. Esser immer wieder Zeit, mir auch neue Dinge zu zeigen und zu erklären. So durfte ich heute eine Zystoskopie machen – mein Tageshighlight.

 

Zurück in der Hütte gibt es Spaghetti und wir lassen den Tag gemeinsam mit Spielen und Gruppenkuscheln ausklingen.

Freitag fuhren Christian, Nina wieder unseren Panoramaweg nach Furth im Wald - leider musste ich vorher noch schnell bei der Werkstatt vorbei, weil mein liebes Auto aufgesetzt hatte und nun war eine Reparatur nötig. Im Bayerwald ist ein geländetaugliches Auto echt von Vorteil.

Das hatten wir schon festgestellt, viele Hausärzte haben hier einen Allrad! Nina und Christian holten mich also bei der Werkstatt ab und wir düsten dann los nach Furth im Wald. Dort gab es für uns Studis wieder einiges zu tun: Anamnesen, körperliche Untersuchungen, Blutabnahme etc.. In meiner Praxis wird einem nicht langweilig und das macht wirklich Spaß! Auf dem Nachhauseweg holte ich schnell das Auto wieder und die anderen erwarteten uns schon mit frischen Rohrnudeln! Unsere Vermieterin bäckt nämlich herrliches Hefegebäck! So konnten wir die Ärztin, die am Nachmittag für eine Fallbesprechung zu uns kam gleich mit Kuchen empfangen! ;-) Nun hatten einige Fallbeispiele parat und wir rätselten ein wenig gemeinsam! Anschließend war noch ein wenig Zeit die Ärztin über den Berufsweg auszufragen, das ist immer ganz interessant.

Schließlich begann für uns das Wochenende mit einem Spaziergang in der Sonne (herrliches Frühlingswetter!!!) und dann mit einem geselligen Abend - zuerst in der WG und anschließend noch im Spital in Viechtach. Wir waren positiv überrascht von der Location - es gab sogar live Musik! Ein sehr ereignisreicher Tag :-)

Gut gelaunt starteten wir in einen neuen Tag, auf dem Programm die Notfallübung durch die Bergwacht Wolfstein. 

Team Regen kam wieder einmal konsequent zu spät, was letztendlich aber nichts ausmachte, da wir sowieso alle am falschen Treffpunkt standen. 

Als wir dann schließlich zur richtigen Adresse kamen, warteten dort schon Vertreter der Bergwacht Wolfstein und des Tourismus-Zweckverbandes auf uns. 

Es ging los mit einer kurzen Einführung und einer Besichtigung der Netzaufwickelmaschine Marke Eigenbau, mit der auch Verletzte transportiert werden können. Außerdem wurden uns die drei Pistenraupen, die im Saisonbetrieb zum Einsatz kommen, gezeigt. Jeder, der wollte, durfte einmal probesitzen und schon ging es zu Fuß entlang der Skipiste den Berg nach oben. 

Der ein oder andere kam dabei etwas außer Puste, aber schließlich schafften wir es alle.

Frisch gestärkt durch die Getränke und Schokolade, mit denen wir auf der Diensthütte versorgt wurden, machten wir uns an die Versorgung und Bergung von "Schwerverletzen". Eine Kreuzbandruptur wurde mit Vakuum-Styroporschiene versorgt, auch die Schulterluxation und Wirbelsäulenfraktur wurden von uns 'geheilt'. Zu Julias Leid wurden uns bei letzterer die Vorteile und Möglichkeiten des Spineboards demonstriert. Ob man das im Ernstfall wohl auch so austestet? 

Anschließend durften wir noch das Innere der Hütte samt Funkstation begutachten und erfuhren mehr über den Werdegang eines Bergwachtlers. Für uns alle war neu, dass die Bergwacht ursprünglich gar nicht zum Zweck der Notfallversorgung gegründet wurde, sondern eigentliches Ziel der Naturschutz war. 

Wir bekamen noch die Inhalte der jeweiligen Notfallrucksäcke gezeigt - jeder einzelne bis zu 35 kg schwer. 

Nach einer kurzen Schneeballschlacht ging es mit den Schlitten die Piste hinunter - mit unterschiedlich viel Bodenkontakt ;)

Unten erwartete uns bereits leckeres Essen. Mit Bäuchen voller Spätzle, Schweinelendchen und Burger machten wir uns auf den Weg nach Hause, wo wir gemeinsam mit den Regernern und den PJlern bei Spielen, Gesprächen und guter Musik den Abend ausklingen ließen. Glücklich und zufrieden nach diesem tollen Tag - nochmals vielen herzlichen Dank an die Bergwacht Wolfstein - gingen wir ins Bett.

In der Nacht von Samstag auf Sonntag spielten wir Bierpong, waren im Ottoland und rotierten zu „Psycho“ im Kreis bis die Wolken wieder lila sind. Auf der Tanzfläche im Wohnzimmer waren wir dann Dancingqueens, sind „nur für dich den ganzen Weg gerannt“ und hatten die „time of our lives“. Nachdem wir vom ganzen Springen und Hüpfen außer Puste waren, sind wir noch zu einer Nachtwanderung aufgebrochen und schauten uns in der Wiese liegend die Sternbilder an. Am nächsten Morgen hat sich Team Freyung (ganz viel Liebe an euch) wirklich selbst übertroffen: es gab Frenchtoast, Obstsalat, Rührei, Bacon, Brötchen, Müsli und vieles mehr. Das schönste war, dass es so warm war, dass wir im Garten frühstücken konnten.

Danach wurden dann Handstände geübt, sich gesonnt und sehr viel musiziert. Die Zeit verging wie im Flug und wir machten uns auf in Richtung Keltendorf. Am Parkplatz angekommen gab es die wohl coolste Danceparty überhaupt: das erste Auto drehte die Musik laut und aus den eintrudelnden Autos stiegen alle aus und tanzten sofort mit!

Auch im Dorf selbst hatten wir eine tolle Zeit mit Führung, Brotbacken, Krapfenessen und Bogenschießen – doch upsiiiii: die wenigsten Pfeile trafen aufs Ziel.

Nachdem am Parkplatz wieder die Hüften geschwungen und die Arme in die Luft gestreckt wurden fuhren wir los zu unseren Unterkünften.

Wir waren alle etwas wehmütig, da dies das wohl schönste Wochenende unseres ganzen Aufenthalts war: von der Party am Abend, über die Übernachtung bei Team Freyung über das ganze Tanzen war es einfach rundum perfekt und ich habe nur "um drei Minuten vor halb acht kurz nicht daran gedacht".



Montag 25.3.

Nachdem wir am Wochenende so fantastisches Wetter genießen durften, fiel es uns heute morgen nach einem Blick aus dem Fenster besonders schwer in den Tag zu starten: die Silhouetten von Spiegelau ließen sich nur schwer durch den Nebel erahnen.
Nach dem Frühstück jedoch waren wir bereit unseren ersten Tag der letzten Woche in den Praxen anzutreten. Renate, Anne und ich hatten außerdem ein für den Abend abgesetztes Praxis Essen vor uns, auf welches wir uns schon seit einigen Tagen freuten.
In der Praxis von Frau Dr. Brandau standen heute Vormittag wieder die Hausbesuche auf dem Terminkalender, die ich gemeinsam mit der Nicht-ärztlichen Praxisassistentin erledigen durfte.
Nachmittags kam auch Anne in die Praxis dazu und unterstütze uns bei einigen Belastungs-EKGs und Check-Ups.
Nachdem der letzte Patient die Praxis verlassen hatte und Renate aus Breitenberg auch eingetroffen war, setzten wir uns gemeinsam mit dem ganzen Praxis Team in Richtung Restaurant und verbrachten dort einen fröhlichen Abend.
Zu Hause in unserer Hütte kochte die Meute währenddessen eine leckere Lasagne. Als wir eintrafen, fanden wir sie in einer gemütlichen Spiele-Runde wieder, in welche wir uns auch eingliederten.

Der Wecker klingelt uns zur mittlerweile gewohnten Zeit aus dem Schlaf und Team Regen versammelt sich am Frühstückstisch. Die Fleißigen studieren sogar schon die Diabetes-Leitlinie für das morgige Teaching. Gegen 7 Uhr brechen alle zu ihren Praxen auf. Dort verbringen wir den Vormittag mit Anamnesegesprächen, orthopädischen Untersuchungen und Tipps zum Bewältigen der (Männer)Grippe.

Weil in meiner Praxis heute wenig los ist, schaffen wir sogar vor der Mittagsbesprechung noch zwei Hausbesuche. Bei der Mittagskonferenz besprechen wir mit den anderen Praxisfilialen der Gemeinschaftspraxis immer dienstags und donnerstags Patientenfälle, bei denen wir allein nicht weiterkommen. Danach ist der Praxistag für heute schon rum und ich sammle in Regen meine Kolleginnen ein. Gemeinsam machen wir uns auf den Heimweg, heute aber mit Zwischenstopp bei der Glashütte Weinfurtner.  

Dort überbrücken wir die Zeit bis zu unserer Fallbesprechung heute Nachmittag und sehen uns das hier typische Handwerk der Glasbläserei an. Wieder zurück in unserer Unterkunft bei Viechtach setzen wir Kaffee auf und machen es uns gemütlich bis uns heute ein Arzt einen „Hausbesuch“ abstattet. Wir wickeln zusammen Patientenfälle aus den unterschiedlichen Praxen auf, bei denen wir uns unsicher waren oder anhand denen wir etwas lernen können.

Dabei erzählt der Arzt aber auch von sich, z.B. wie es ihn in den Bayerwald verschlagen hat. Nach interessanten 3 Stunden haben wir einige Patienten besprochen und viel gelernt. Da klingelt es auch schon und Team Freyung steht vor der Tür. Wir nutzen die Gelegenheit in der letzten Woche noch einmal unsere Gemeinschaft ausgiebig und bis in die tiefe Nacht zu feiern.

Am Mittwoch stand unser letzter Teaching Tag an. Nach dem Aufstehen ging es zunächst ans Füße waschen, damit diese fürs gegenseitige Untersuchen im Rahmen des Diabetes-Teachings vorzeigbar waren.
Wie jeden Morgen gab es gemeinsam Frühstück, wir packten ein letztes Mal unserer Wäsche für Mandy ins Auto ein und dann waren wir auf schon auf dem Weg zur Volkshochschule in Regen.
Um 9:00 begann das Diabetes-Teaching und wir starteten mit Leitlinienarbeit, gefolgt von einer kurzen Einführung durch unsere Dozentin. Und danach ging es schon ans Praktische! Wir tasteten Fußpulse, prüften die Sensibilität und das Vibrationsempfinden und probierten die Dopplergeräte an uns aus.
Dem gegenseitigen Untersuchen folgten Fallbesprechungen und dann war es auch schon Zeit für die Mittagspause! Draußen wurde durch die PJler von Dr. Blank noch schnell ein Foto von uns allen für die Presse geschossen. Daraufhin teilten wir uns auf, ein Teil der Gruppe ging zum Griechen, der Rest machte einen kleinen Spaziergang durch Regen.
Und 14:30 haben wir uns alle wieder eingefunden und das Balint-Teaching startete. Wir teilten uns in zwei Gruppen auf und gingen einen Fall, den einer von uns in der Zeit beim Hausarzt erlebt hatte, durch. Auch auf der Autofahrt nach Hause waren die zwei in der nachgestellten Balintgruppe vorgestellten Fälle noch Thema!
Wieder zuhause angekommen, ging es ans Backen! Wir machten Brownies und russischen Zupfkuchen als Dankeschön für die Praxen und die wunderschöne Zeit im Bayerwald! Dabei gab es für die Urologiepraxis extra einen personalisierten Kuchen!
Während wir in Team Freyung den Abend mit Kartenspielen verbrachten, gab es bei Team Regen ein Krimi-Dinner!

 

Heute gibt es einfach mal noch ein Paar Impressionen aus dem schönen Bayerwald

Tagebuch vom 28.03.2019

Gestern sind zu später Stunde noch mysteriöse Dinge am Hinkhof passiert. Gemeinsam haben wir ein „Krimi-Dinner“ organisiert und uns alle in Schale geworfen, sodass einer verdächtiger aussah als der andere.

So saß neben etlichen italienischen Mafiosi auch ein spielsüchtiger Pater mit am Tisch. Während unserem 3-Gänge-Menü galt es dann herauszufinden, wer unserer „Mafia-Familie“ zum Mörder geworden war.

Gar nicht so leicht, denn wir mussten feststellen, dass wir echt viele gute Schauspieler unter uns haben… 

Nach diesem aufregenden Abendessen, wartete der letzte komplette Praxistag auf uns. Mittlerweile kennt man auch schon viele Patienten, die in die Praxis kommen und ist gespannt, was sie Neues zu berichten haben. Vormittags war ich bei vielen Gesprächen dabei, durfte Blut abnehmen, Impfen, Wunden versorgen und auch zu Hausbesuchen begleiten. Am Nachmittag hatte ich dann sogar mein eigenes Sprechzimmer und durfte mit vielen Patienten schon mal Gespräche führen und sie untersuchen. Langsam wird mir immer mehr bewusst, dass ich in meinen vier Wochen im Bayerischen Wald richtig viel gelernt habe. Das Wissen aus den Teachings kann ich oft schon gleich am nächsten Tag anwenden und viele Krankheitsbilder werden mir auf einmal vertraut. Trotzdem kommen jeden Tag auch neue spannende Fälle dazu und ich merke, wie vielseitig der Alltag eines Hausarztes ist. Als ich um 18 Uhr die Praxis verlassen und mich auch schon von einem Teil des Praxis-Teams verabschiedet habe, werde ich ein bisschen traurig, da alles schon irgendwie Alltag für mich geworden ist.

Heute Abend wurde am Hinkhof fleißig gebacken und die ersten packen schon ihre Koffer. Wir können aber alle immer noch nicht so richtig glauben, dass es in zwei Tagen schon nach Hause geht und sich unsere Wege erstmal trennen. 

Plötzlich und unerwartet - der letzte reguläre Tag in unseren Arztpraxen! Am Morgen packten wir kiloweise Kuchen, den wir zum Abschied für die Mitarbeiter gebacken hatten, in die Autos und machten uns ein letztes Mal auf den Weg in die unterschiedlichen Ecken der beiden Landkreise.
Bei mir waren wir heute sogar zu zweit weil die Praxis eines anderen Studenten geschlossen war und wir so die Gelegenheit nutzten uns gegenseitig bei der Anamnese und Untersuchung zu beobachten und anschließend freundlichste Verbesserungsvorschläge zu geben. Der Vormittag in der Praxis war schnell herum, sodass nur noch die Verabschiedung und Kuchenverfütterung anstanden. Auch wenn es bei mir nicht ganz so extrem verlief erwähne ich an dieser Stelle mal, dass die Begeisterung über die gemeinsame Zeit zwischen manchen Studenten und ihren Praxen laut Zeugenaussagen wohl derartig groß war, dass bereits Wiedersehen im Sommer zum Blockpraktikum und sogar Besuche bei Studenten durch ihre Ärzte samt Familie vereinbart wurden.
Mittags holten wir auf dem Weg noch Samuel und Anne ab und machten dann einen kleinen Roadtrip Richtung Passau, wo wir die Mietautos zurückgeben mussten und uns anschließend mit dem Rest der beiden Teams Regen und Freyung trafen.

Glücklicherweise war das Wetter so supi wie man es sich nur wünschen konnte und so erkundeten wir noch ein bisschen Eis essend die Stadt, die die meisten von uns noch nicht kannten.

Aufgrund von diversen Verspätungsgründen bei verschiedenen Autos hatten wir leider nicht so viel Zeit wie wir uns gewünscht hätten, aber es war dennoch genug für eine weitere interessante Edekaentdeckung. Die Öffnungszeiten waren zwar relativ normal, allerdings sah er selbst bei genauem Hinsehen von außen aus wie ein keiner Kette zugehöriger Tante-Emma-Laden und hatte einen ungewöhnliche „Getränkemarkt“ dabei, der nur aus einem fensterlosen Kellerzimmer bestand, spannende Angelegenheit!


Nachdem wir kurz noch das Parkhaus aufgrund eines verschollenen Parktickets blockierten und so die Wut anderer Parker auf uns zogen, konnten wir auch diese Challenge erfolgreich bewältigen und uns fröhlichstens wieder auf den Heimweg machen

 

Nachdem der gestrige Tag in den Hausarztpraxen und danach im schönen Passau relativ durchgeplant und ohne Verschnaufpause war, nehme ich mir vor, den heutigen Tag entspannt zu verbringen. Mit aller Seelenruhe bereite ich also den Frühstückstisch vor, an den sich nach und nach die Flüchtigen der Nacht gesellen. Noch während ich meine erste Tasse beruhigenden grünen Tees schlürfe, reißt an mir ein Sturzbach an Informationen vorbei, welche Unternehmung als komplettes Team denn heute am letzten Tag, am sinnvollsten erscheint. Der hitzigen Gruppendiskussion schließe ich mich nicht an und besinne mich der wichtigen Dinge im Leben, wie dem Sonnenaufgang, dem wärmenden Feuer im Kamin oder der Auswertung eines EKGs. Meine Gelassenheit gerät erst ein klein wenig ins Wanken als ich als letzter in die Wanderschuhe schlüpfe und den anderen hinterher spurte, um sie nicht im Nationalpark des bayrischen Waldes zu verlieren. Trotz Tiefenentspannung lockt der Wanderweg mir einzelne Schweißperlen auf die Stirn, die jedoch durch den mit Tannenduft getränkten Wind gekühlt wird. Nach einer Vesperpause und etlichen weiteren Stellen, an denen wir die Aussicht nochmal ins uns aufgesogen, kommen wir recht zeitig wieder an unserer Hütte an.

Abends bekommen wir Besuch von Team Regen, mit denen wir einen letzten Sonnenuntergang bewundern und uns in die warme Stube setzen, bereit, unser Fazit für die vergangenen vier Wochen mit den Veranstaltern des Projekts zu teilen. Als diese bald eintrudeln wird, während wir Pizzen verspeisen, eifrig diskutiert, für wen welcher Moment im Projekt der schönste, aufregendste oder beeindruckendste war.

Nach zwei gemeinsam gesungenen Abschlussliedern zur Verabschiedung von Mandy und Dr. Blank ist der tiefgreifende Dank teilweise kaum in Worte zu fassen und der ein oder andere drückt sich lieber mit einer langen Umarmung nonverbal aus. Erstaunlich, wie ein Monat einem nicht nur die Region und Menschen ans Herz hat wachsen lassen, sondern auch, dass man Freunde, die einem jetzt so vertraut sind, ohne Zufall und einem solchen Projekt, wahrscheinlich niemals kennengelernt hätte. Um nicht mit zu schweren Gedanken auseinander gehen zu müssen wird noch einmal getanzt und die gesamte Gruppe feste umarmt.

Der Wecker klingelt und ich schäle mich – bereit für eine spannenden Praxistag - aus den Federn.

Und dann fällt es mir gleich wieder ein: Heute ist Abreisetag… 4 Wochen Bayerwald gehen zu Ende.

Da lege ich mich lieber gleich noch mal 5 Minuten ins Bett und starre an die Holzdecke unseres

gemütlichen Zimmers. Jetzt geht es für die allermeisten von uns zunächst ans Kofferpacken. Nach

und nach trudeln dann alle im Wohnzimmer zu einem letzten gemeinsamen Frühstück ein, hier ist

die Stimmung trotz der warmen Sonnenstrahlen, die ins Zimmer fallen, deutlich gedrückt. Zur

Aufmunterung werden schon Pläne geschmiedet, wer wen wann besuchen kommt und wie man sich

auf den Medis am besten trifft. Nun werden noch einmal gemeinsam Besen, Wischer und Lappen

geschwungen, um das Haus ordentlich übergeben zu können. Ein letztes Mal füttere ich unsere

Hühner mit dem Biomüll. Und schneller als gedacht verabschieden sich schon die Ersten Richtung

nach Hause. Viele Umarmungen und einige Abschiedsfotos später bin ich die Letzte, die die Haustür

hinter sich zuzieht und die Heimreise antritt. Nun geht es noch einmal quer durch den Bayerwald und

ich genieße die Aussicht auf die Berge, die immer flacher werden. Am späten Nachmittag erreiche ich

Berlin: alles erscheint mir viel zu voll, zu grau und zu hip. Wo sind die Berge, der Wald und die

liebenswürdigen Bayerwald-Bewohner? Das nennt man wohl Kulturschock… Aber Schluss mit dem

Jammern: Wir hatten 4 großartige Wochen! An dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank an Mandy,

Dr. Blank, unsere Hausärzte, Tutoren, Gastgeber und alle anderen, die diesen Monat zu etwas so

Besonderem gemacht haben!

Abends treffe mich mit meinen Freunden in der Innenstadt. Plötzlich erreicht mich eine Nachricht:

Ein Video vom gestrigen Abschlussabend! Aus meinem Lautsprecher erklingen Gitarrenakkorde und

20 Stimmen: „Dieser eine Monat wird nie zu Ende gehen – Wann werden wir uns wiedersehen? – Oh,

ich hab solche Sehnsucht, ich verliere den Verband, ich will wieder zu der Mandy, ich will zurück zu

Dr. Blank“. Ein Freund merkt an: „Du bist ja noch gar nicht wieder richtig hier!“ Ja, das stimmt und ein

kleiner Teil bleibt wohl für immer dort im Bayrischen Wald…