Tagebuch EXS19

Der Startschuss ist gefallen, vom 02.08.2019 - 01.09.2019 werden insgesamt 30 Studenten aus ganz Deutschland ihre Famulatur im Exzellenten Sommer 2019 absolvieren.

NEWS NEWS NEWS

  • Alle Plätze sind vergeben! Bitte nicht mehr bewerben, wir können Euch nur noch Plätze auf der warteliste anbieten - falls jemand doch noch absagen muss.
  • Unser Hauptsponsor und Partner - die AOK BAYERN unterstützt uns wieder im Projekt .
  • Das Teambuilding übernimmt wieder das Team des BLSV Regen - freut Euch drauf - das wird Klasse!!!
  • Die Klinischen Famulaturen und Pflegepraktikas werden wieder in den ARBERLANDKLINIKEN stattfinden - DANKE für die tolle Zusammenarbeit!
  • Die ersten Teilnehmer des Exzellenten Sommers stehen fest - die Studierenden von Nah und Fern freuen sich schon auf die 4 Wochen hier im Bayerischen Wald - Möchten Sie auch dazu gehören - dann bewerben sie sich jetzt!!
  • Wir kooperieren mit dem Landkreis Freyung Grafenau und werden auch dort Famulanten in ausgewählten Hausarztpraxen und Kliniken unterbringen
  • Der Zeitraum wurde festgelegt und somit können Sie sich ab jetzt für eine Hausarztfamulatur oder klinische Famulatur oder ein Pflegepraktikum  vom 02.08. - 01.09.2019 im schönen Bayerischen Wald bewerben!

Tagebuch des Exzellenten Sommers 2019

Ab dem 02.08.2019 können Sie hier live mitverfolgen, was die Teilnehmer des Projektes erleben.

2. August 2019 - Der Erste Tag

Nach achtstündiger Zugfahrt sind wir als erstes Grüppchen in Regen angekommen, welches uns mit strahlendem Sonnenschein begrüßte. Mandy holte uns vom Bahnhof ab, wir stapelten erfolgreich unser Gepäck in ihren Minikofferraum und fuhren dann in unsere Unterkunft für die erste Nacht. Neben uns sind noch einige Freizeitgruppen hier. Wir mischten uns unauffällig unter die Schüler*innen aber durften leider nicht mitklettern. Daher wandten wir uns anderen Aufgaben zu und bereiteten die Ankunft der anderen Student*innen vor. Wir fühlten uns direkt heimisch und sicherten uns die besten Betten. Jede Stunde lernten wir nun jemand Neues kennen und tauschten uns eifrig über Studienorte und Besonderheiten aus. Bei einem kurzen Erkundungsspaziergang durch einen Brennnesselwald lernten wir uns besser kennen und entdeckten viele Gemeinsamkeiten und Gesprächsthemen.

Am Abend hatten wir uns dann schon deutlich vermehrt und konnten gemeinsam unsere Brotzeit einnehmen. Dabei zeigte sich gleich, dass wir uns über einige Dialektworte nicht ganz sicher waren, aber konnten die Sprachbarrieren leicht aus dem Weg räumen, sodass unser gemeinsames Kennenlernen sehr genossen. Wir freuen uns schon sehr auf die Wanderung morgen und weitere schöne Gespräche bei hoffentlich nicht allzu schlechtem Wetter.

Tagebuch Landarztmacher 03.08.2019

Am Samstagmorgen gab es für die bereits am Freitag

Angereisten erst einmal Frühstück im BLSV. Anschließend haben wir uns auf die Autos verteilt und sind in einer Kolonne zur AOK in Regen gefahren, wo wir  zur Eröffnungsveranstaltung auch alle anderen Teilnehmer getroffen haben. Hier wurde das Projekt vorgestellt, wobei auch einige Ehrengäste wie zum Beispiel die Landrätin der

Stadt Regen dabei waren. Nach einigen Grußworten der Ehrengäste hatten wir im Anschluss die Möglichkeit, uns in kleinen Gruppen aus Studenten und Gästen über das Projekt,

unsere Motivation und Erfahrungen auszutauschen. Direkt danach wurden wir vom Tobi, unserem Betreuer für die Wandertour und das Teambuildung abgeholt. Zur Stärkung ging es

aber zunächst gemeinsam zum Mittagessen in eine Pizzeria. Nachdem wir dann noch einmal zum Camp im BLSV gefahren waren und alle ihre Sachen für die Wanderung gepackt hatten, fuhren wir zum Wanderparkplatz in Bodenmais, von wo unsere Wanderung startete. Da für den Tag starken Regen inklusive Unwetterwarnung vorausgesagt war, war der Plan zunächst nur die ca. 5km bis zu unserer Unterkunft, der Charmer Hütte, zu wandern, und den Großen Arber erst am nächsten Tag zu besteigen. Trotz der schlechten Wettervorhersage hat es auf dem gesamten Weg maximal 5 Minuten lang geregnet, sodass wir die tolle Umgebung voll und ganz genießen konnten. Auf der Hütte angekommen, ging das Programm nach einer  kurzen Pause zum Duschen und Zimmer beziehen schon mit dem Abendessen weiter. Danach haben wir den Abend mit noch ein paar Spaziergängen, Kartenspielen und iostonischen Getränken gemütlich ausklingen lassen.

Liebes Tagebuch,

 heute sind wir nach einer kurzen Nacht in der Chamer Hütte auf dem kleinen Arber

aufgewacht. Nach einem leckeren Frühstück durften wir unser Gepäck noch auf der Hütte

lassen und sind auf den benachbarten großen Arber gewandert, wo wir ein schönes

Gruppenfoto am Gipfelkreuz gemacht haben. Nachdem wir wieder zurück ins Tal gewandert

sind, hat uns Tobi mit ins BLSV-Sportcamp mitgenommen, wo es ein leckeres Mittagessen

gab. Anschließend hatten wir noch etwas Freizeit, die wir mit Klettern, Kanufahren oder

Basketballspielen verbracht haben.

Später am Nachmittag wurde das Team „Regen“ von Mandy abgeholt und zu seiner

Unterkunft im nahegelegenen Viechtach gebracht. Wir verbringen den Monat im

Bayerischen Wald in einem wunderschönen Ferienhaus in idyllischer Lage, mit optimaler

Möglichkeit zum Joggen, Radfahren oder sogar Beachvolleyball spielen.

Schnell haben wir geklärt wer mit wem in welchem Zimmer schlafen wird und so hatten wir

vor dem Abendessen noch ein bisschen Zeit, Sport zu machen oder uns besser kennen zu

lernen.

Beim ersten gemeinsamen Abendessen (Nudeln mit Tomatensoße) hatten wir dann noch

ausgiebig Zeit, mehr über die anderen Teilnehmer zu erfahren und unsere gemeinsame Zeit

in der Ferienwohnung zu planen.

Nach dem intensiven Kennenlern-Wochenende waren alle dann doch ziemlich erledigt und

sind, voller Vorfreude auf die kommende Famulatur, schon früh ins Bett gefallen.

Tagebuch 5.8.

Die erste Nacht in unserer urigen Blockhütte verlief bis auf einzelne Beschwerden über knarzende Betten und Fußböden oder auch Balken, die so manchen Köpfen im Weg waren, sehr ruhig – auch das Wettschnarchen wurde wohl ausgesetzt.

Während die ersten Pflegepraktikanten schon gegen kurz vor sechs Uhr aufbrechen mussten, konnte ein großer Schwung noch um sieben in unserem gemütlichen Aufenthaltsraum Toasts verputzen und sich mit der ersten Koffeindosis auf Betriebstemperatur bringen. In den von Mandy ausgeklügelten Fahrgemeinschaften haben wir uns dann zeitig auf den Weg gemacht, um pünktlich um acht in unseren Hausarztpraxen und Kliniken anzukommen. 

Schon um zwanzig vor Acht hatte sich vor der mir zugeteilten Hausarztpraxis eine lange Patientenschlange gebildet, an der ich mich zunächst vorbeischlängeln musste, um mich dem sehr herzlichen Praxisteam vorstellen zu können. Und keine Minute später saß ich auch schon im Arztzimmer neben „meinem“ Hausarzt und lernte die ersten Patienten kennen. Die ersten Stunden waren unerwartet vielfältig: von unspezifischen Oberbauchschmerzen mit Übelkeit über offene Wunden am Fuß, Bronchitis und Mittelohrentzündungen war Vieles dabei. Was ich wirklich toll fand, war, dass der Arzt mich nicht nur dazu motivierte mich bei den körperlichen Untersuchungen zu beteiligen, sondern auch, dass er sich nach jedem Patienten einen Moment Zeit nahm, um die wichtigsten Aspekte des Falls mit mir zu besprechen und meine Fragen zu beantworten. Das ein oder andere Mal, wenn er noch etwas anderes erledigen musste, bat er außerdem die Patienten schon in das Arztzimmer und ließ mich -bereits am ersten Tag- Anamnese und auch die körperliche Untersuchung durchführen, bevor er dazukam, um daraufhin diese nochmal auf seine Art zu machen, so dass ich direkt sehen konnte, was ich nicht gefragt oder untersucht hatte. 

Nach einer kurzen Mittagspause kamen dann noch zwei weitere Patienten zur OP-Nachsorge und dann begann die Überlandfahrt mit Hausbesuchen: ich war erstaunt, wie viele Hausbesuche man in 2 Stunden trotz der längeren Fahrtwege machen kann, ohne dass je das Gefühl von Abgehetztheit oder Eile aufkommt- im Gegenteil: ich hatte das Gefühl, dass der Arzt sich jedem Patienten sehr intensiv und individuell widmete und persönlich sehr an deren Genesung interessiert zu sein schien. 

Nachdem ich um 18 Uhr wieder von meiner Fahrgemeinschaft „aufgelesen“ wurde, begann der Austausch über die zahlreichen Erfahrungen und Erlebnisse des Tages, die so unterschiedlich waren wie auch unsere Hausärzte, Oberärzte und Fachärzte arbeiteten. Die eine durfte 3h beim Ohrenschmalz-Entfernen zugucken, die andere im OP Wunden tackern, der nächste hat Blut abgenommen und noch eine assistierte schon im OP!

Die Zeit bis zum leckeren Käsenudelauflauf des heutigen Küchenteams haben wir uns in den letzten Sonnenstrahlen des Tages in unseren Liegestühlen oder mit einem Bier nahe dem Weiher vertrieben, an Gesprächsstoff ging es bis in die späten Stunden nicht aus! Ich bin gespannt was der morgige Tag bringen wird…aber langweilig wird es bestimmt nicht!

 

Tagebucheintrag Dienstag 

Der Wecker klingelt um 06.15 Uhr, als die Pflegepraktikanten schon längst aus dem Haus sind. Draußen regnet es, was wenig Hoffnungen auf den freien Nachmittag macht. Nach und nach frühstücken alle, manche müssen früher los, andere können sich mehr Zeit lassen. Für den zweiten Tag klappt im Bad alles ziemlich reibungslos. Im Auto in die nördlichste Hausarztpraxis in Furth im Wald werden wir dann so richtig wach. Aber auch erst, nachdem wir zum dritten Mal in Folge die Abzweigung nach Furth im Wald verpassen und mit einem unerlaubtem Manöver die Baustellenausfahrt queren. In strahlendem Sonnenschein fahren wir durch den Wald nach Furth, wo durch den berühmten Drachenstich die ganze Stadt Kopf steht. Das älteste Volksschauspiel Deutschlands (!) spielt mit einem jungen Pärchen die Sage vom Drachenstich nach. Man kann sich vor lauter Drachen und zugehörigen Wortspielen und Verweisen nicht retten.
In der Praxis angekommen können wir direkt loslegen. Unsere Aufgabe besteht darin die Patienten schon einmal zu anamnestizieren und untersuchen, um dann anschließend mit den Ärzten eine Therapieentscheidung zu treffen. Das überfordert immer mal wieder, ist aber sehr lehrreich und praxisorientiert. Wir stehen fast jedes Mal vor (lebens-)praktischen Fragen, auf die man bei einer rein akademischen Herangehensweise niemals gekommen wäre.
Als Christina um kurz vor 9 kommt, breche ich die Anamnese ab, um mit ihr Hausbesuche zu machen. Die Liste scheint mit ca. 15 Besuchen recht voll, aber sie meint, dass wir damit schon um 11 Uhr durch sein werden. Ab durch die Felder gehts mit dem Köfferchen zum Blutdruck messen, Lunge auskultieren, Blut abnehmen, Spritzen geben, und auch mal nur zuhören, was für mich als "Preiß" (Preuße = jeder, der hinter der Donau wohnt) nicht immer so einfach ist, beim tiefen Bayerisch der Patienten. Der Ablauf ist sehr eingespielt, oft gehen wir ohne klingeln durch eine Seitentüre und direkt ins Obergeschoss, die wöchentliche Routine wird nur unterbrochen, wenn sich am Zustand der Patienten etwas geändert hat, das eine Intervention erfordert - wie zum Beispiel bei der Seniorchefin eines kleinen Waldhotels, die gestürzt ist, und eine Spritze gegen ihre Rippenschmerzen benötigt. 
Toll ist die Eins-zu-eins-Betreuung, ich kann auf den Fahrten meine Fragen zu den Krankheitsbildern loswerden und bekomme direkt eine hilfreiche Anleitung, wenn ich beim Blutabnehmen mal daneben steche. So klappern wir die Dörfer im Umkreis ab, und nebenbei erfahre ich, dass einige Dörfer entfernt, wohl vor kurzem der Sohn und der Vater auf ihrer Weide vom Stier getötet wurden, weil sie nicht aufgepasst hatten. Smalltalk auf dem Land. 
Nach unserer Tour darf ich mich noch ein bisschen mit dem Sono austoben und gegen Mittag sind wir dann durch und haben frei. Wir überlegen im Auto, was wir heute noch unternehmen könnten und entscheiden uns angesichts des Wetters für Schwimmbad oder Wanderung. 
Wir sind die ersten im Ferienhaus und räumen erstmal die Spülmaschine vom Frühstück aus, um uns anschließend zu einer Brotzeit nach draußen auf die Wiese setzen, während die anderen nach und nach eintrudeln. Wir essen zusammen und erzählen uns viel aus unseren jeweiligen Praxen. Dann geht es trotz dunkler Wolken ins Schwimmbad von Viechtach. Ich verfahre mich noch mit dem Fahrrad auf dem Weg ins Tal, während die anderen mit den Autos nicht am Holzlaster auf unserer Zufahrtsstraße vorbeikommen, der gerade Baumstämme zu Sägespäne zerschrotet. Im Schwimmbad fängt es pünktlich zu unserer Ankunft an zu blitzen und donnern, und wenige Sekunden später wird das Wasser zum Schwimmen gesperrt. Wir verkauern uns an der windabgewandten Seite des Innenbereichs, während erbsengroße Hagelkörner niedergehen. Ein halbe Stunde später hat alles aufgehört und wir schwimmen und machen entgegen unserem exzellenten Status zu fünft Stau auf der Rutsche. Aber es ist wenig los und der Bademeister wirkt eher amüsiert, als genervt. Die Heimfahrt bergauf kostet nochmal Kraft, aber zu Hause zaubern wir zur Stärkung spontan Tortellini mit Spinat und Feta. 
Statt entspanntem Abendprogramm steht jedoch die Leitlinie Depression für das Teaching am Mittwoch auf der To-Do-Liste und wir lassen uns nebenbei zu Übungszwecken von unseren Pflegepraktikanten im wahrsten Sinne des Wortes löchern. Dies bildet eine willkommene Abwechslung zu den verschwurbelten und uneindeutigen Formulierungen der Leitlinie, die immer wieder entnervte Tiraden provozieren. Doch Schokolade und Eis schaffen dem Grimm Abhilfe und wir gehen mit gemachten Hausaufgaben vorbildlich um halb 11 ins Bett, um für den neuen Input der Teachings am nächsten Tag ausgeschlafen zu sein. Nur mein wohlverdienter Schlaf wird noch durch diese Zeilen hier verzögert.

Mittwoch 7.8.

Nach zwei Tagen mit Aufstehen um 4:25 Uhr, um pünktlich um 6 Uhr beim Pflegepraktikum in Freyung zu sein, ist das heutige Programm erst um 9 Uhr gestartet. Nach einem gemeinsamen Frühstück in unserer gemütlichen Holzhütte sind wir nach Regen zum Haus der AOK gefahren. Begonnen hat unser Tag dort mit einem Teaching zum Wissenschaftlichen Recherchieren. Zwei Fachärzte haben uns einige Infos zu verschiedenen seriösen Rechercheplattformen gegeben, auf denen wir im Anschluss Informationen zu Gicht gesucht, vorgestellt und bewertet haben. Nach 2 Stunden Mittagspause in Regen ging es weiter mit dem ersten von uns organisierten Teaching zum Thema Depression. In Kleingruppen haben wir zunächst eine Depression-Leitlinie durchgearbeitet und uns diese anschließend in Abschnitten gegenseitig vorgestellt. Für die letzten zwei Stunden kamen noch Experten im Bereich Umgang mit dem depressiven Patienten. In Gruppen konnten wir Studenten von eigenen erlebten Fällen berichten oder Fragen stellen. So wurden Themen wie Umgang mit Depression im Bekanntenkreis oder mit suizidgefährteten Patienten behandelt. Für den Abend ist noch ein gemeinsames Abendessen in unserer Unterkunft geplant.

Heute mal aus der Perspektive eines Pflegepraktikanten in Viechtach:

In der ersten Woche sind wir Pflegepraktikanten erst einmal auf peripheren Stationen eingeteilt. Dabei bin ich auf der Station 1 (Allgemeinchirurgie/<wbr>Viszeralchirurgie und Unfallchirurgie). Der Morgen auf Station beginnt wie gewöhnlich mit der Übergabe.  Wie schon am ersten Tag war ich wieder mal erstaunt von den Übergabezetteln. Diese werden nämlich handschriftlich ausgefüllt! Wenn ein Patient geht, wird einfach der Name ausradiert und der neue Patient eingetragen. Das nenne ich mal Umweltschutz…

Weiter gings nun mit der Waschrunde, bei der ich die Schwestern unterstützte. Danach gab es allerlei Dinge, die zu desinfizieren waren.

Fest im Stationsalltag integriert ist die Vitalparameterrunde (RR, Puls, Temperatur, Schmerzskala, Stuhlgang), die jetzt anstand und vollständig in den Händen der Pflegepraktikanten liegt.

Dazu gehört auch das Umfüllen der Tabletten aus den Schieber  in Becherchen (den Hintergrund dieser Tätigkeit muss mir, glaube ich, nocheinmal erklärt werden).

Danach stand das Highlight des Tages an: Nachdem wir am späten Abend zuvor in unserer Unterkunft  die Famulaten mit Blutentnahmen und Zugängen gequält hatten, durfte ich unter Supervision des Stationsarztes ein paar Blutentnahmen und einen Zugang legen.

Im Anschluss habe ich unseren Stationsarzt begleitet, wie er einen Patienten mit Spondylodiszitis über die OP (dorsale Spondylodese mit Cage) aufgeklärt hat. Dann haben wir uns noch über die Spondylodiszitis im Allgemeinen ausgetauscht…

Nach diesem Stress stand erstmal die Mittagsspause an. Praktikanten bekommen in Viechtach übrigens kostenlose Verpflegung J

Um die Zeit bis zum Feierabend zu überbrücken, habe ich noch Medikamente in den Schrank einsortiert und mir noch einige Akten der Patienten angeschaut.

Nach dem Teil im Krankenhaus waren wir Pflegepraktikanten noch im Freibad und ließen den Tag auf der Terrasse vor unserem Ferienhaus ausklingen.

Um 6 Uhr klingelte mein Wecker. Leise schlich ich aus dem 9er Zimmer um möglichst keinen zu stören... bei dem knarzenden Fußboden und der quietschenden Zimmertür gar nicht so leicht. Vor dem Bad gab es erstaunlicherweise keinen Stau, bei sovielen Mädels nicht selbstverständlich. Schnell frühstücken und dann ging’s mit der Fahrgemeinschaft zur Hausarztpraxis. Was wohl heute auf einen im Wartezimmer wartet? 
Eine Rippenprellung, mehrere grippale Infekte, Impfungen und ein notfallmäßiger Wespenstich. Auf dem Rückweg zur Blockhütte tauschte ich mich mit meiner Fahrgemeinschaft über die heutigen Fälle und unsere neuerworbenen medizinischen Kenntnisse aus. Leider ist der Rückweg so kurz das wir oftmals das Lösen der Fälle auf die nächste Fahrt verschieben müssen. 
Nach kurzer Pause ging es direkt zum Teaching nach Regen, wo wir an echten Fällen unsere ersten Hausärztlichen Erfahrungen austauschten. 
Nach dieser interessanten Diskussionsrunde ging es danach weiter zum Einkaufen, ich war heute dem Kochteam zugeteilt. Für 16 Personen und nach den Essen der Vortage lag die kulinarische Messlatte schon sehr hoch... 
10 Zucchini , 3 Auberginen, 7 Paprika, 4 Zwiebeln, 8 Tomaten, 1kg Käse, 1kg Schmand und 1kg Eis später. Beim umrühren der Zutaten kamen wir uns vor als würden wir für eine ganze Kompanie kochen... hoffentlich schmeckte es?! Die vielen leeren Teller und das nichts übrig blieb sprach für unsere Kochkünste... 
Den ganzen Tag über präsentierte sich der Bayerische Wald von seiner schönsten Seite, sonnig und angenehm warm. Wir ließen den Tag noch bei Gitarrenklängen, Al Capella und Sonnenschein in unseren Liegestühlen vor unserer Blockhütte gemütlich ausklingen...

Tagebucheintrag 10.08.2019

 

7:45: Ich wache auf im Hause Freyung und gehe kurz den Plan für den Tag im Kopf durch. Vormittags ist das Sono Teaching, dann gibt’s lecker Mittagessen und anschließend haben wir noch ein anderes Teaching zum Thema Herzinsuffizienz. Für den Abend ist eine Party in unserem Ferienhaus angedacht, zu der das Team Regen eingeladen ist. Ich entscheide, es lohnt sich aufzustehen.

 

10:00: Das Teaching ist in vollem Gange und ich bin positiv überrascht wie sich die Landarztmacher weiterentwickelt haben. Als ich vor zwei Jahren das erste Mal meinen Sommer mit dem Programm im Arberland verbracht habe, war alles noch nicht so gut strukturiert.

Das Sono Teaching war zwar damals schon gut, ist jetzt aber nochmal um Weiten besser. 5 Stationen mit verschiedenen Lernschwerpunkten, die unter anderem von einem Chefarzt geleitet werden, ist schon eine Ansage.

 

16:00: Das zweite Teaching ist in vollem Gange und wir sollen die Herzinsuffizienz in Gruppen vorstellen. Ich schließe mich der Therapie Gruppe an. Höchstwahrscheinlich weil ich das gerade in Pharma hatte und mich auf Diagnostik und Therapie nicht wirklich vorbereitet habe (ups).

 

18:00: Jetzt aber zack zack in den Supermarkt. Es muss noch eingekauft werden für den Abend, die exzellenten Mediziner sind in Partylaune und wir brauchen noch Bier. Nach kurzem googeln ist klar, dass man im Bayerwald auch Pizza bestellen kann. Alle freuen sich, dass heute nicht für 30 Leute gekocht werden muss.

 

21:00: Nach dem Essen kommen wir zum Highlight des Tages. Ein Bierpongturnier im K.O. Verfahren. Nach kurzer Überlegung entscheiden wir uns gegen einen Kampf zwischen den Häusern und bilden gemischte Teams. #SaufiSaufi#IchliebdieMedis

 

24:00: Team Regen tritt langsam den Heimweg an und wir sitzen noch im Wohnzimmer und quatschen über den Tag. Die Stimmung ist immer noch super und alle sind sich einig, dass der Tag ein voller Erfolg war.

Sonntag, 12.08.19

Endlich Freizeit! Und das mehr als 2h am Stück. Zwar wurde unsere Kanutour nochmal um 1,5h in

unseren wohlverdienten Sonntagvormittag geschoben, doch letztlich standen wir doch alle

hochmotiviert parat, als uns unsere altbekannte Unterhaltungsbombe Tobi mit einem Anhänger voll

Boote erreichte. Annika verteilte noch schnell großzügig Mandarinen-Sonnencreme, die wir gut

gebrauchen konnten. Die Sonne schien vom wolkenlosen Himmel. Keine Frage, die Stimmung war

schon jetzt bombastisch. Zu zweit taten wir uns nun zusammen und stiegen mehr oder weniger

elegant in die Kanus ein. Kentern täte angeblich nur, wer es drauf anlegen würde. Na dann wollten

wir mal sehen! Gemütlich paddelten wir also auf dem ruhigen Schwarzen Regen von Viechtach los –

vorbei an Volksfest- und Campingzelten, hübschen Felsen, idyllischer Landschaft, ein wahrlich

erholsames Erlebnis. Dass manch ein Paddelschlag „aus Versehen“ etwas mehr spritzte und dabei

zufällig das benachbarte Boot traf – darüber konnte man hinwegsehen. Schließlich war es wirklich

warm, und auf den 9 km Fahrt blieb genug Gelegenheit zum Racheangriff oder meditativen Rückzug.

Große friedliche Zusammenkunt schließlich auf dem Höllensteinsee – wo wir diverse Floß-

Formationen aus den 10 Booten ausprobierten und gemeinschaftlich Prinzenrolle und Augustiner

durch die Reihen gehen ließen. Hach, so ließ es sich leben. Keine Spur Neid für die Kletterer unter

uns, die sich an diesem Sonntag für einen Besuch im Hochseilgarten entschieden hatten. So gut wie

uns Kanuten hat es einen gar nicht treffen können! Das bestätigte uns nochmal Tobi, als er uns

zufrieden und leicht ermattet abholte und zurück zum Ausgangsort fuhr. So kehrten wir beseelt in

unsere Unterkünfte zurück, wo wir bei Kartoffelgratin in der Abendsonne den Tag Revue passieren

ließen und uns gedanklich auf die bevorstehende Woche vorbereiteten. Schön!

Das Wochenende mit Teaching am Samstag und Kanutour oder Hochseilgarten am Sonntag, war zwar einerseits abwechslungsreich und spannend, aber insgesamt nicht gerade entspannend. Das merkte ich heute früh, als der Wecker wieder halb sechs Uhr morgens klingelte. Durch den dichten Nebel ging es wenig später Richtung Freyung in die Klinik Am Goldenen Steig. Hier famuliere ich in der Gefäßchirurgie.
Heute standen mehrere Operationen auf dem Plan und obwohl meine OP-Erfahrung insgesamt noch nicht sehr groß ist, gewöhne ich mich so langsam daran und es macht mir immer mehr Spaß. In der Gefäßchirurgie landen viele Patienten, deren Arterien durch z. B. Rauchen oder Diabetes immer weiter verkalken und somit verschließen. Wir versuchen dann, entweder durch einen offenen Zugang Engstellen zu beheben und den Kalk zu entfernen oder über von außen in eine Arterie zu stechen, einen Draht zur Engstelle zu schieben und sie mittels eines Stents aufzudehnen. Manchmal ist das sehr mühsam, wenn die Engstelle sogar für den Draht zu schmal ist, doch ist es ein sehr befriedigendes Gefühl, wenn man am Ende der OP mit Kontrastmittel-Röntgen die Durchblutung des Beins kontrolliert und diese auf einmal viel besser ist als vorher.
Nach dem Tag im OP konnten wir heute leider nicht so viel unternehmen, da das Wetter kalt und regnerisch war. Abends zogen zwischen ein paar vereinzelten Sonnenstrahlen langsam die Wolken ins Tal hinter unserem Haus, bevor es erneut zu regnen anfing. So wird uns auch gleich das Getrommel des Regens beim Einschlafen begleiten, aber zumindest ich bin auch so müde, dass mir das nichts ausmacht. Gute Nacht!

Wie jeden Morgen begrüßten mich lauter fröhliche Gesichter am Frühstückstisch. Die Fahrt

in die Praxen ist schon Routine und auch an den Nebel der uns morgens die Sicht erschwert,

haben wir uns schon gewöhnt. Trotzdem ist jeder Tag in der Praxis irgendwie anders, weil

jeder Patient individuell ist. Ich finde die Hausbesuche besonders spannend, weil man in der

häuslichen Umgebung doch viel mehr über die Lebensumstände erfährt.

Heute ging es mittags allerdings wieder in unser Ferienhaus, weil am Nachmittag eine

Fallbesprechung stattfand. Gemeinsam mit einem Arzt/einer Ärztin diskutierten wir

verschiedene Fälle, die uns in den Praxen begegnet sind. So besprachen wir alle möglichen

Krankheitsbilder von entzündlichen über Tumor- bis hin zu psychischen Erkrankungen.

Ein fleißiges Team hat sich um unser, im Übrigen sehr leckeres, 2-Gänge-Abendessen

gekümmert, während die anderen Sport oder einen Spaziergang in unsere wunderschöne

Umgebung gemacht haben.

Nach dem Abendessen haben wir uns noch auf das Teaching am Donnerstag vorbereitet und

rege über die verschiedenen Therapiemöglichkeiten bei Diabetes diskutiert. Morgen wartet

auf uns wieder ein ereignisreicher Tag!

 

Wir schreiben den 14.08.2019, ein Mittwoch. Ein ganz normaler Mittwoch? Nicht in St. Oswald-Riedlhütte. Denn hier erwachen in einem idyllisch gelegenen Holzhaus nach und nach 16 Studenten um motiviert und noch deutlich unterkoffeiniert in einen neuen Tag im Projekt „Exzellenter Sommer 2019“ zu starten. Dicke Nebelschwaden hängen noch über der Landschaft als um 04.25 Uhr der erste Wecker klingelt. Zum Glück nicht meiner. Ich überhöre die aufstehenden Pflegepraktikanten mittlerweile gekonnt und schlafe noch ein wenig weiter.

Nach dem Aufstehen gratulieren wir alle unserem über beide Ohren strahlenden Geburtstagskind, die ihre Krone voller Stolz trägt. Über Nacht hatten einige die Wohnung dekoriert und einen Kuchen gezaubert.

Die Geburtstagssause muss aber bis zum Abend warten, in unsrer üblichen Fahrgemeinschaft geht´s nämlich auch schon los Richtung Hausarztfamulatur.

Dort angekommen werd ich wie jeden Morgen freundlich begrüßt. Abwechselnd schließe ich mich einem der Ärzte an um Patienten zu befragen und zu untersuchen. Blutdruck messen, Lunge und Herz auskultieren, körperliche Untersuchung, Laborwerte besprechen und impfen stehen auf dem Plan. Im Laufe des Tages darf ich dann auch zuerst allein zu den Patienten ins Behandlungszimmer gehen, Anamnese erheben und Untersuchungen durchführen. Anschließend stelle ich den Patienten dann dem Arzt vor und berichte ihm, was ich bereits herausgefunden hab. Meine Fragen zu den Patienten und ihren unterschiedlichsten Krankheitsbildern werden immer alle sehr ausführlich beantwortet und ich wird hier und da zum nachdenken und recherchieren angestupst.

Nachdem ich mich kurz vor Feierabend noch ein Abdomensono versuchen darf, geht´s dann auch schnell nach Hause. Der Grillduft empfängt mich schon und innen werden bereits fleißig Salate geschnippelt. Team Regen trifft ein und gemeinsam feiern wir bei lecker Gegrilltem unser Geburtstagskind und lassen den Tag alle zusammen gemütlich ausklingen

 

Tagebucheintrag 15.08 2019

Nachdem Florian und ich mit einem äußerst leckeren Kaffee, den Fenna uns ans Bett gestellt hatte, geweckt wurden, konnte der Tag nicht schlecht werden. Zunächst gab es Resteessen von Lauras Geburtstag. Wir fuhren anschließend in eine neue Lokation indem wir unser heutiges Teaching abhalten sollten. Das teaching war in zwei Teile gegliedert.

Zuerst sollten wir uns mit dem Thema Diabetes beschäftigen. Hier haben wir uns ausgiebig mit unseren Füßen auseinandergesetzt. Diese wurden sowohl inspiziert als auch palpiert. Mittels des Dopplerverfahren wurde unser Spaß verdoppelt. Nachdem die Untersuchungen unsere Füße vollzogen war haben wir uns fiktiven Fallbeispielen gewidmet. Diese haben wir der Gruppe vorgestellt und im Anschluss diskutiert. Das war der Vormittag.

Nach dem Vormittag folgte der mittag, indem wir Mittagspause hatten. In dieser spazieren wir durch Regen und aßen Eis, Brot, Pizza oder Obst. 

Dann der Nachmittag. Hier widmeten wir uns der menschlichen Anatomie. Uns stand ein ausgebildeter Physiotherapeut zur Verfügung. Wir lernten verschiedene Techniken zur Überprüfung der motorischen Funktionsfähigkeit und der motorischen und sensiblen Innervation. Wir inspizierten eine unserer Mitstudenten auf Fehlhaltung und Auffälligkeiten und diskutierten über mögliche Ursachen für etwaige Fehlhaltung. Im Anschluss mumifizierten wir uns gegenseitig mit Kinesiotape und leukotape. Das war der Nachmittag.

Anschließend trennen sich Team Freyung und Team nicht Freyung, fuhren in ihre Unterkünfte zurück, speisten, nahmen ein leckeres gute-nacht-Getränk zu uns und gingen anschließend zu Bett um fit für den darauffolgenden Tag zu sein.

Tagebuch 16.8.2019

 

6 Uhr - der Wecker klingelt für den letzten Arbeitstag vor dem wohlverdienten Wochenende. Nach knapp 2 Wochen hat nun alles schon seine gewisse Routine: in der Küche trifft man alle fröhlich gelaunten Gesichter, am Frühstückstisch tauscht man sich noch schnell über das Feierabendprogramm aus und dann heißt es auch schon ab ins Auto und auf den Weg zu den Hausarztpraxen. Die 45 minütige Autofahrt ist jedes Mal erneut ein Hingucker, da sich die kurvigen Straßen von Wäldern über noch mit Nebel bedeckten verschlafenen Dörfern bis hin zu den Praxen ziehen. Durch die momentane Ferienzeit haben viele Praxen geschlossen, sodass meine Gemeinschaftspraxis diese Woche die Notfallsprechstunde leitet. Patienten können jederzeit ohne Termin vorbeikommen. Von gestürzten Bergsteigern bis hin zu dem alltäglichen Schnupfen, Husten, Heiserkeit war schon alles dabei, sodass ich voller Vorfreude auf die neuen unvorhersehbaren Patientenfälle war.

Auch heute hatte ich wieder mein eigenes Arztzimmer, durfte dort Patienten voranamnestizieren, untersuchen und anschließend den Ärzten vorstellen. Im Verbandszimmer gab es zahlreiche Verbände zu wechseln, eine Schnittwunde zu nähen und Fädenexzisionen. 

Im Handumdrehen war es 12 Uhr und ich machte mich auf den Heimweg, um meine 2 Freundinnen bei einer anderen Arztpraxis abzuholen und anschließend zusammen den Kopf beim Sport freizubekommen. 

Obwohl wir uns alle erst so kurz kennen sind wir schon zu einer engen Freundesgruppe zusammengewachsen und sind daher auch im Sport ein gutes Team.

Den freien Freitagabend nutzen wir, um uns das Gäubodenfest anzuschauen - Bayerns 2. größtes Volksfest, welches anscheinend jede Reise wert sein soll.

Pünktlich mit der Ankunft in Straubing kam die Sonne heraus und wir hatten das perfekte Wetter, um über den Festplatz zu schlendern. 

Neben gebrannten Mandeln gab es typisch bayrische Schweinshaxe und die ein oder andere Feierabendmaß. 

 

 

Tagebucheintrag Samstag 17.08.2019:

Heute um 9 Uhr ging es los mit unserem EKG-Teaching, wo wir hauptsächlich in Kleingruppen EKGs ausgewertet haben. Nach der Mittagspause durften wir an Schweinefüßen das Nähen üben. Das war super cool. 

Um 17 Uhr sind wir dann zu Team Regen in die Hütte gefahren und durften bewundern, wie viel Platz die haben. Trotzdem gefällt es uns bei uns mindestens genauso gut. Das Essen war schon vorbereitet und nachdem die Sportlichen unter uns von ihrer Jogging-Runde wiederkamen, haben wir gesittet 3 Teller Chili con carne verdrückt. 

Der Abend war noch lustig mit Spielchen, Bier und Wein, aber da alle sehr müde waren, sind wir etwas zu früh ins Bett gefallen. 

 

Der Tag begann sportlich um 9:30 Uhr zum Mountainbike.
Ausgerüstet mit Proviant, Helmen und E-Bikes ging es auf den Falkenstein. Jeder konnte die Unterstützung an seinem Bike individuell einstellen, sodass alle mit gleicher Geschwindigkeit vorankamen. Oben angekommen gab es eine kleine Essens- und Fotopause, bis es endlich mit Höchstgeschwindigkeit Richtung Tal ging. Nach einem ausgezeichneten Mittagessen und 1-2 Radlern ging es bergab zurück zum Startpunkt. Am Nachmittag hatte jeder die Möglichkeit seine Zeit selbst einzuteilen. Auf der Hütte Freyung entschied man sich für eine Runde Yoga, Schwimmen im hauseigenen Weiher und den Sonnenuntergang im Liegestuhl mit einem Buch geniessen. 
Alles in allem ein erholsamer Sonntag, der die Energiereserven für eine weitere exzellente Woche auffüllen konnte.

 

19.08.2019

Heute brach schon die dritte Woche unserer Zeit im Bayerischen Wald an. Das bedeutet, die Halbzeit ist vorbei und die Tage vergehen immer schneller. Mittlerweile ist unser Haus Freyung wirklich super zusammengewachsen und der Alltag bestehend aus Arbeit, sich gemeinsam austauschen, sich gut unterhalten, kochen und zusammen essen und etwas entspannen ist jeden Tag auf‘s Neue schön, selbst wenn es mal etwas anstrengender ist. 

Anstrengend war auch unsere Fahrradtour gestern, von der sich manche (mich eingeschlossen) heute etwas erholen mussten. 

Die Betonung liegt auf manche, denn einige unserer hochmotivierten Truppe waren heute direkt schon wieder im Fitnessstudio, um sich auszupowern. Was nach einem langen Tag Arbeit aber bestimmt nicht die schlechteste Idee zum Ausgleich ist. 

Unser Laufwunder Fenna musste sich leider aufgrund von Halsschmerzen ausruhen, dafür waren aber noch zwei unserer anderen Mädels joggen. 

Der Rest von uns hatte dann aber auch noch Lust auf einen Spaziergang, da das Wetter tatsächlich schöner war als erwartet bzw. als vorhergesagt. 

Sobald wir zurück waren, stellte sich unser pflichtbewusstes Koch-Team in die Küche, damit auch heute wieder alle satt und glücklich werden. Ich bin immer noch begeistert davon, was wir hier schon alles tolles gekocht und gegessen haben. Es ist  immer alles super lecker und auch die für 16 Leute benötigten Mengen werden immer gut eingeschätzt. 

Den Abend ließen wir entspannt zu Gitarrenklängen und schon mit Teaching-Vorbereitungen für Mittwoch ausklingen.

  

Morgens um 6:30 Uhr klingelte mein Wecker und ein neuer Tag im Bayrischen Wald brach an. Voller Vorfreude auf den Tag und insbesondere den freien Nachmittag standen wir auf. Um so richtig wach zu werden, starteten wir im Auto unsere Playlist und stimmten lauten und schiefen Gesang an. Vorsichtshalber ließen wir die Fenster zu, man weiß ja nie, wer einen so hören kann.
In der Praxis angekommen, wartete heute schon wieder ein volles Wartezimmer auf den Arzt und sein Anhängsel - mich. Von Grippesymptomen über eingewachsenen Zehennägeln bis zu Depressionen war auch heute wieder alles dabei. Die Sprechstunde ging heute von 8:00 Uhr bis 12:00 Uhr und wir nahmen uns viel Zeit für die großen und kleinen Probleme aller Patienten. Mein Arzt erklärt mir während der Sprechstunde alle möglichen Fakten und man lernt viel über Gesprächsführung und verschiedene Symptome. Nicht immer ist es leicht eine Krankheit zu diagnostizieren. Oft stehen wir auch vor einem kleinen Rätsel, jedoch sind bis jetzt immer alle Patienten mit einem besseren Gefühl und einem Plan für die nächsten Tage aus der Praxis gegangen. Auch das Verstehen bayrischer Mundart geht von Tag zu Tag leichter auch wenn es mir noch immer schwer fällt „Grüß Gott“ und „Pfiat Di“ zu sagen.
Um 12 Uhr holte mich Hanna wieder ab und wir begannen unseren Großeinkauf, um heute Abend unser Team wieder in kulinarische Welten zu entführen. Als wir dann endlich wieder in die Unterkunft kamen, habe ich noch schnell einen Kuchen gebacken bevor wir uns zu fünft aufmachten, um eine Glasbläserei zu besichtigen. Wir bestaunten die verschiedenen Farben und Glasideen und Marie konnte das Glasblasen sogar selbst ausprobieren. Das dabei entstandene Zepter muss nun nur noch einen guten Platz beziehungsweise eine Verwendung finden. Auf dem Rückweg entschieden wir uns spontan für ein Eis, auch wenn das Wetter heute nicht ganz so gut war. Auch die Daheimgebliebenen hatten einen schönen Nachmittag und vertrieben sich die Zeit mit Filme gucken und endlich mal entspannen. Dabei muss aber erwähnt werden, dass sich unsere super motivierte Fitnessgruppe wieder frohen Mutes aufmachte ins Fitnessstudio.
Am Abend kochten Hanna und ich dann noch ein indisches Butter Tofu, hoffentlich hat es allen geschmeckt. Auch der Kuchen musste dann schon dran glauben. Den Abend ließen wir gemütlich ausklingen bei netten Gesprächen und der Vorbereitung der Kreuzschmerz-Leitlinie für den nächsten Tag.

Liebes Tagebuch,

nach einer stürmigen und durchblitzten Nacht war wieder ein voller Teachingtag in der AOK Regen. Wir hatten uns hierbei intensiv mit der Zukunft der Medizin beschäftigt: Geriatrie und Kreuzschmerzen. Die Gesellschaft wird immer älter, somit auch unsere Patienten. Und da sowohl in der Neurochirugie als auch beim Betriebsmediziner, bei denen ich war, 90% der Patienten wegen Kreuzschmerzen kamen, passte der Tag doch thematisch ganz gut.

Durch ein ausgeklügeltes System des Bad- und Zeitmanagements war es auch das erste Teaching, bei dem wir alle auch pünktlich waren! Mit einem größeren Erfolgserlebnis hätte das Teaching nicht starten können. 

Begonnen wurde mit einer kurzen Definition der Geriatrie, der verschiedenen Formen und Auswirkungen der Demenz und der Veranschaulichung, was es heißt, "alt zu sein", mit schlechter Sicht und wenig Muskelmasse.

Nachdem dann im Team Fälle besprochen wurden und fiktive Patienten im Rollenspiel untersucht, sowie Angehörige beraten wurden; Medikamentenpläne ausgemistet  und der Gruppe vorgestellt wurden, wurde uns das Projekt LiA vorgestellt. LiA, das steht für "Lebensqualität im Alter" und beschäftigt sich eigentlich nur mit dem Grundlegenden: "Nicht jeder findet ein "objektiv gesundes Leben" gut. Es geht vielmehr um das Erkunden und Möglich-machen des Patientenwunsches. So sind auch kleine Schritte in Richtung Selbstbestimmtes Leben, für den Patienten und die Angehörigen, eine riesengroße Hilfe.

Nach einer kurzen Mittagspause mit Eis im Regener Kurpark, ging es weiter mit dem Rückenschmerz. Die Leitlinien inkl. Diagnostik, medikamentöser und nicht-medikamentöser Therapie wurden besprochen und diskutiert, bis dann noch ein Orthopäde und manueller Mediziner uns die Praxis nahe gebracht hat und kompetent unsere offen gebliebenen Fragen beantwortete.

Die Heimfahrt wurde mit einer musikalischen Mischung aus Hardstyle (Track 27) und Toto's Afrika ausgeschmückt. Nach einer halben Stunde Oldies haben wir den Tag mit Kartenspielen, Kartoffelgratin und Heidis virtuosem Gitarrensolo ausklingen lassen.

Heute Morgen erwachte ich voller Vorfreude darauf endlich meinen Tagebucheintrag-Tag zu haben.

Der Gang in die morgendlich geschäftige Küche bescherte mir den ersten Kaffee des Tages und

bedeutete auch zeitgleich die baldige Abfahrt zu unserem alltäglichen Roadtrip Richtung Kirchberg im

Wald via Regen und Teisnach, jeden Morgen ca. 1 Stunde – hier im Bayerwald sind die Distanzen

einfach etwas größer und das Auto unersetzlich. Das musste der fahrradfahrende Großstädter in mir

schmerzlich erkennen.

Auch wenn das frühe Aufstehen allmählich immer schwerer fällt, was durch die Tatsache das erste

abfahrende Fahrzeug zu sein nicht leichter wird, entschuldigt der Blick von unserem „3G-Hügel“ (der

für manche auch der „Edge-Hügel“ und für mich der „immer-noch-kein-Netz-Hügel“ ist).

In der Praxis angekommen war ich schnell wieder im täglichen Trott drin:

Ich gehe in die Behandlungszimmer vor, mache Anamnese und körperliche Untersuchung, dann

kommt der Arzt dazu, lässt sich von mir eine Übergabe machen und führt die Behandlung zuende.

Gerade wenn wenig los ist, ist Zeit für kleine Teachingeinheiten, die nur 20 Minuten dauern und

aufgrund von Kürze, Knappheit und Frage-Antwort-Prinzip auch im Gedächtnis bleiben.

Nach der Sprechstunde findet immer eine Zusammenkunft aller Ärzte der Gemeinschaftspraxis via

Skype statt. Das sind manchmal praxisinterne Teachings und manchmal Fallbesprechungen, in denen

sich die Ärzte mit den Kollegen austauschen können, was Behandlung und Therapie bestimmter

Patienten angeht.

Da die Mittagspausen immer recht lange sind, bin ich sehr froh, dass für 14 Tage eine

Blockpraktikantin mit mir in der Praxis ist, die in der praxiseigenen Studentenwohnung wohnt. Sie

bietet mir und der 2. Famulantin der Praxis über diese Zeit Unterschlupf, was ich wirklich als unsere

Rettung bezeichnen würde.

Von 16 bis 18 Uhr fand die Mittagssprechstunde statt und danach konnte ich dann meine Heimfahrt

antreten. Sowohl in Regen als auch in Teisnach habe ich, sofern meine Mitfahrer noch nicht soweit

sind, etwas Zeit das Internet zu durchstöbern und Kontakt mit den Menschen außerhalb des

Projektes zu halten.

Zuhause angekommen bleibt dann nach einem so langen Tag eigentlich nur noch Zeit zum

Abendessen, was auf dem Hinkhof meist in einer herausragenden Brotzeit endet.

23:26 oder „17 1/2 Stunden voller Aktion“.

Unglaublich, aber unsere dritte Arbeitswoche neigt sich dem Ende zu. Begonnen hat der Tag im Team Regen mit einem sanften Weckruf durch den Hahn gegen 5:00 - um halb sieben ging es los Richtung Praxis. Wie so häufig liegt der Bayerwald im Wolkennebel und die Sonne bricht durch - Zeit für einen kurzen Kaffee- und Fotostopp.

Der Alltag in der Praxis ist gut eingespielt und unsere Instrumente uns gut vertraut. 

Am Nachmittag erhalten wir einen Einblick in die „Bürokratiewelt“ des Praxismanagement: vom Abrechnungswesen bis zur Kassensitzvergabe werden uns in einer munteren Diskussionsrunde von Mandy und einer Ärztin die brennendsten Fragen kompetent erläutert. 

Zur Sporteinheit geht es im Anschluss auf die Sommerrodelbahn. Da es recht spät geworden ist beschließen wir erstmalig das Kochen den Profis zu überlassen und lassen den Abend mit Pizza und Pasta ausklingen.

Samstag, 24.08.

Nachdem wir heute endlich einmal ausschlafen konnten, wurden wir von Sarah und Johannes mit einem leckeren Frühstück geweckt. Die erste Gruppe brach vormittags zum Wandern auf, die zweite Gruppe konnte noch ein bisschen entspannen und nachmittags ging es dann zum Bogenschießen nach Bischofsmais. Dort sind wir nach einer kurzen Einführung auf den Parcour mit 28 Zielen gestartet. Danach ist der Großteil der Gruppe für eine Nacht nach Prag gefahren. Nachdem alle angekommen waren, sind wir alle zusammen Gulasch essen gegangen und zum Nachtisch gab es Baumstriezel und das ein oder andere Bier.

  

Nach einer kurzen Nacht in unserem nicht ganz so luxuriösen Hostel, machten wir

uns in verschiedenen Gruppen auf den Weg, um noch etwas von der

wunderschönen Stadt Prag zu sehen.

Zu allererst jedoch mussten wir uns auf die Suche nach etwas Essbarem machen,

denn nach einer langen Nacht gehört auch ein ordentliches Frühstück dazu. Fündig

wurden wir in einer Bäckerei mit französischem Gebäck, das wir uns in einem kleinen

Park schmecken ließen. Alex Junior wurde natürlich von seinen Ängsten gequält,

nicht genug Essen zu bekommen und kaufte sich die doppelte Menge an Baguette

und Croissants als die anderen. Nach diesem leckeren Frühstück, das schon fast

unser Mittagsessen hätte sein können, machten wir uns auf den Weg durch die

Stadt, mit dem Ziel, das Schloss von Prag zu sehen. Unterwegs quetschten wir uns

durch die vollen Gassen in Richtung Karlsbrücke, kamen am Prager Senat mit

schönem Park vorbei und konnten noch zwischen den Ständen eines kleinen

Marktes durchschlendern. Und dann trennten uns nur noch 210 Stufen vom Schloss.

Unsere Anstrengung bei diesen gefühlten 35°C wurde mit einer wunderschönen

Aussicht auf die Stadt belohnt. Ein angenehmer Wind kühlte uns ab und wir wollten

gar nicht mehr nach unten zurück in die menschenvolle Stadt. Noch hatten wir etwas

Zeit, bevor wir zurück fuhren, somit konnten wir uns entspannt in ein kleines Café in

einem Hinterhof setzen und die müden Beine ausruhen. Wir gönnten uns dann noch

einen leckeren Baumstriezel, der auf dem Weg zurück zum Parkhaus genüsslich

gegessen wurde. Alle waren müde und im Auto stellten wir erstaunt fest, dass wir

doch tatsächlich 22 km gelaufen waren (den Birkenstock sei Dank). Die Rückfahrt

wurde vom einen oder anderen genutzt, um eventuell schon etwas Schlaf

nachzuholen. Zurück daheim gab es eine Runde Nudeln mit Thunfischsoße, die

abendliche Zahnputzparty auf dem Sofa und wieder die gewohnte frühe

Schlafenszeit.

 

 

Liebes Tagebuch,

der erste Tag nach dem Wochenende ist ja bekanntlich der Montag und nach dem

Wochenendtrip war dieser dementsprechend typisch. Mit leicht überhängender Müdigkeit

vom Wochenende starteten alle mit einem Kaffee mehr als üblich in den Tag um diese

vergeblich versuchen zu kompensieren.

Wieder erwarten sollte es einer der besten Tage der bisherigen Famulatur werden.

Ich bin mit meiner Famulatur in der Inneren Medizin in Viechtach, nichts desto trotz ist es

von den Ärzten bei Interesse möglich durch die verschiedenen Stationen selbstständig etwas

zu rotieren. So entschied ich mich an diesem Morgen nach der Blutentnahme auf Station

den Chirurgen anzuschließen und assistierte bei einer Nabelhernie und einer

Gallenblasenentfernung. Anschließend ging es wieder eher in die Internistische Richtung und

wir führten eine Magenspiegelung bei einem Patienten durch. Hierbei sich zeigte, dass eine

weitere Untersuchung indiziert war, bei welcher Ich die Kurznarkose machen durfte.

Beflügelt von dem entgegengebrachten Vertrauen sah ich erneut zu den Chirurgen in die

Notaufnahme rüber, wo sich jedoch der Nachmittag als wenig interessant zeigte und ich

somit nicht böse war als wir schließlich nach Hause gehen durften. Bevor wir jedoch

endgültig nach Hause fuhren, machten wir am Fitnessstudio noch einen kurzen Halt, um die

Work-Life-Balance wieder etwas balanziert zu bekommen und anschließend ging es dann

zum gemeinsamen Abendessen tatsächlich endgültig nach Hause. Nachdem sich alle kurz

über den doch sehr ermüdenden Tag ausgetauscht hatten verzog man sich doch relativ

schnell in Richtung Schlafgemach, da das Wochenende noch in den Knochen steckte und

auch der erste Tag der Woche mal wieder seinem Ruf alle Ehre gemacht hatte!

Wir sehen uns morgen wieder liebes Tagebuch, ich wünsche dir eine gute Nacht und freue

mich dir morgen wieder von meinem Tag zu berichten...

In Liebe dein Michi

Heute startet der letzte Mittwoch mit dem Kinderteaching im Dorfkulturhaus

Untermitterdorf. Komischerweise pünktlich um 8:00 Uhr – alle sind verwundert aber

wahrscheinlich haben sich dann doch jetzt alle an das frühe Aufstehen gewöhnt – verlässt

Team Regen das Haus. So eine Fahrt in die „große“ Stadt muss natürlich wohl überlegt sein,

deshalb tagte am vorherigen Abend nach dem Essen noch der Familienrat um die

Transportationsfrage (Einkaufsauto, Fittieauto), die Mittagspausenplanung und die

Einkaufsliste zu besprechen.

Die 1000 km Fahrt wurde durch unsere erfahrene Kirchberg-Fahrerin mit „leckeren“ 50min

berechnet aufgrund der LKWs. Wie vorhergesagt kurvten wir schon dem ersten LKW

hinterher und durften dann auf der weiteren Fahrt noch drei Mal andere überholen.

Nach einer Befragung der Einheimischen fanden wir schließlich das Dorfhaus. Dort warteten

Mandy und Andrea schon auf uns. Das Kinderteaching begann mit einer kleinen Einführung,

Andrea stellte den Alltag als pädiatrisch-orientierte Hausärztin vor und die „Do’s and Don’ts“ im Umgang mit den Kindern. Mandy stellte netterweise die Kaffeeversorgung sicher. Dann kamen auch schon die ersten Eltern mit den Babies vorbei. Nachdem Andrea die Säuglingsuntersuchung zunächst vormachte und die Reflexe zeigte, durften wir Studenten die beiden untersuchen: Auskultation der Lunge, des Herzens, des Abdomen und Palpation derselben. Mathilde und Clara, drei bis vier Monate alt, ließen sich gerne

untersuchen und waren mit mehr (Clara auch mal weniger) Freude dabei. Nach einer halben Stunde kamen dann noch weitere Kindergartenkinder vorbei und wir durften in Zweier-Teams die Kinder zwischen drei

Monaten und fünf Jahren untersuchen. Nun versuchte einer nach dem anderen das

Vertrauen der Kinder zu gewinnen und sie zu untersuchen. Die Eltern wurden mit Kuchen

und Muffins versorgt und auch die Kinder durften sich am Ende etwas aus der Wundertüte

aussuchen. Im Anschluss gab es noch eine Gesprächsrunde über das Impfen, sinnvolle

Impfungen und den Umgang mit Eltern. Wir stellten Fragen, tauschten uns aus und Andrea

               berichtete von ihren Erfahrungen. Am Ende gingen glückliche Kinder mit Lollies, Autos und

Prinzessinnen-Fächern nach Hause. Wir Studenten räumten in Windeseile noch das

Dorfkulturhaus auf.

Die gottseidank verlängerte Mittagspause haben wir dann gemeinsam bei dem schönen

Wetter im Freibad in Regen verbracht. Nach einer langerbitterten Schlacht um den

Seesternhochsitz mussten wir uns schließlich trotz kleiner Erfolge doch ergeben. Ohne große

Verluste, aber mit mehreren kleinen Wehwehchen, gingen wir aus dem Kampf hervor. Doch

wir exzellenten Studenten können neidlos die Niederlage anerkennen und so wechseln wir

zunächst zum Sprungturm, wo sich einige erneut aus 5m Höhe in die Fluten stürzen, und

andere bereits auf dem Handtuch ihre Wunden lecken. Nach Stärkungspommes und

abschließendem Rutschen mit Wasserstau zu sechst, hieß es zurück zur AOK und dem Balint-

Teaching.

Wir bekamen einen Einblick in die Balint-Methodik und probierten diese sofort in drei

Kleingruppen aus. So schilderte pro Gruppe jeweils ein Student einen Emotionen

auslösenden Fall aus dem Klinik- oder ambulanten Alltag und die anderen erörterten den Fall

weiter, versuchten die verschiedenen Perspektiven nachzuempfinden und

Handlungsempfehlungen für zukünftige Situationen zu geben.

Danach startete das Einkaufsauto auf seine Mission: Zutaten für Abschiedsmitbringsel und

Abendessen.

Die erfolgreich geshoppte Ware wurde auch gleich verwendet. Während sich die Einen um

die Zubereitung das Abendessen kümmerten, gingen die Anderen in der großen Backaction

für die Praxen auf oder entspannten sich in den letzten Sonnenstrahlen von dem

anstrengenden Tag.

Gemeinsam wurden die leckeren, gefüllten Paprika mit Gurkensalat, beziehungsweise

Nachtfalter (lecker Proteine), auf unserer Terrasse verspeist. Ein Nachfalter erwischte leider

die falsche Röhre, doch nach einem kräftigen Schlag auf den Rücken konnte dieser aus

seinem Gefängnis wieder befreit werden. Ein ungutes Gefühl blieb trotzdem.

Tagebucheintrag vom 29.08.19

Augen auf, Blick durchs Zimmer. Viel mehr als der Blick auf die Uhr zeigt mir jeden Morgen die Anzahl meiner Zimmergenossinnen, wieviel Zeit ich noch bis zum Aufstehen habe. Wenn Mel noch da ist, ist es noch vor 6h45 und ich kann mich nochmal umdrehen. Sie kommt ins Zimmer, angezogen, „Vorletzter Tag!“ Das ist wahr, noch zweimal auf nach Furth in die mittlerweile gut bekannte Praxis am Stadtplatz. So ein bisschen sind meine Gedanken ja schon in der Heimat und dem bevorstehenden freien September, aber sobald ich die Praxis betrete und von der versammelten MFA-Mannschaft strahlend einen guten Morgen gewünscht bekomme, schmeiß ich mich motiviert in die Praxiskluft und meinen Sprechstunden-Vormittag. Im Rahmen des inzwischen vertrauten Geschäfts warten Verbände, Herzschmerz, Bauchweh, Spritzen und der ein oder andere eingewachsene Zehennagel auf mich. Und dann mein ganz besonderes Highlight: Mittagspause auf dem Tennisplatz. Mit meinem Arzt-Kollegen Klaus fahren wir erst noch zum Hausbesuch ins Pflegeheim und dann direkt auf die Piste in Furth im Wald, um ein paar erfrischende Bälle zu klopfen. Das nenn ich mal Landarzt-Leben! In der Klinik ginge das wohl nie. Tja. Nach einem kleinen Plausch auf der Terrasse und einer Dusche geht es zurück in die Abend-Sprechstunde, die Dank Sport-Session viel leichter von der Hand geht. Ich darf nochmal eine Platzwunde nähen, Blut abnehmen, krankschreiben und ein kurzes Ultraschall machen. Möglichst schnell düsen wir um 18h die 45 Minuten nach Hause, denn zum WG-Abschluss wartet eine kleine Wanderung um Viechtach. In der Abendsonne führen wir lebhafte Gespräche, während wir durch pilzbewachsene Waldwege laufen und die vier Wochen Revue passieren lassen. Schön war es ja schon, aber auch ganz schön anstrengend. Ein letztes Mal legendäre Hinkhof-Brotzeit, und Schlafenszeit ist angesagt. Gute Nacht.

 

Voller Wehmut schlugen wir heute morgen ein letztes Mal die Augen auf – um 9 Uhr waren  wir alle zusammen zum Frühstücken verabredet, bevor die Heimreise begann. Wir verwerteten die Reste, schnibbelten Obst und rührten die restlichen Eier zu einem leckeren Pancake-Teig zusammen. Im strahlenden Sonnenschein genossen wir nochmals am morgendlichen Frühstückstisch plaudern zu können und in dieser Runde beisammen zu sein. Dann mussten noch schnell die Zimmer geräumt, gesaugt, Mülleimer geleert und die übrigen Lebensmittel verteilt werden. Jetzt führte aber leider nun mal wirklich kein Weg mehr am Abschied vorbei – zumindest bis zu dem nächsten geplanten Wiedersehen. Unglaublich wie stark einen das Zusammenwohnen, Arbeiten, Lernen und Freizeitprogramm zusammenschweißt.

Im Namen aller kann ich nur bestätigen, dass es wirklich ein exzellenter Sommer war – besser hätte er nicht sein können!